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SoVD-Podcast: Gerechte Chancen für alle

Was können der Senat, aber auch Verbände wie AWO und SoVD tun, um Chancengerechtigkeit in Hamburg sicherzustellen?

„Wir müssen darüber sprechen, was wir jetzt mit weniger Ressourcen machen wollen. Das heißt, wir können entweder weiter die gleiche Versorgungsqualität leisten wollen, dann können wir es aber nur für weniger Menschen tun oder wir können weniger Versorgungsqualität haben weiterhin für alle. Diese Diskussion sollten wir führen und nicht dem Markt überlassen. Denn wenn wir das machen, dann haben wir die Schere zwischen Arm und Reich, die dann noch weiter auseinandergeht.“

 

Zu Gast ist Dr. Arne Eppers, Landesvorstand der Arbeiterwohlfahrt, kurz AWO, in Hamburg. Gemeinsam diskutieren wir darüber, wie wir Risiken sozialer Benachteiligung begegnen, soziale Ungleichheiten überwinden und gerechte Bedingungen für alle schaffen können – egal, ob jung oder alt und egal welcher Herkunft. Denn die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer und neben dem Elternhaus hat der sozioökonomische Status noch immer großen Einfluss auf Bildung, Arbeit, Einkommen und Gesundheit. So auch in Hamburg. Doch an welchen Rädern muss die Politik drehen und was können Verbände leisten sowie weiter bewegen? Wichtige Stellschrauben auf der Agenda von AWO und SoVD sind die Kinderarmut, die soziale und berufliche Integration von Flüchtlingen und Migrant:innen, die gesundheitliche Versorgung und Senior:innenarbeit.

Gerechte Chancen für alle: Der SoVD-Podcast zum Lesen

KW: Klaus Wicher
NT: Nicola Timpe
AE: Arne Eppers

NT: Herzlich willkommen zu unserem Podcast „Sozial? Geht immer!“ Mein Name ist Nicola Timpe.

KW: Ich bin Klaus Wicher, Landesvorsitzender des SoVD Hamburg.

NT: Heute bei uns zu Gast ist Dr. Arne Eppers. Seit 2020 sind Sie Landesvorstand der Arbeiterwohlfahrt, kurz AWO Hamburg und seit über 35 Jahren sind Sie für die AWO tätig. Wir, also AWO und SoVD, arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen und haben ganz ähnliche Themenbereiche. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass Sie heute hier sind. Herzlich willkommen, Herr Eppers.

KW: Auch herzlich willkommen von meiner Seite. Wir freuen uns sehr.

AE: Ich freue mich auch. Ganz herzlichen Dank für die Einladung. Vielen, vielen Dank! Ich habe in der Vorbereitung mal ein bisschen in Ihrer Podcast-Reihe geguckt. Beeindruckend finde ich, was Sie bisher auf die Beine gestellt haben und den Hörern liefern. Das ist toll.

NT: Die AWO setzt sich für eine sozial gerechte Gesellschaft ein – so wie wir auch. Davon sind wir aus unserer Sicht aber Lichtjahre entfernt. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer statt kleiner: Kinderarmut, Altersarmut, Bildungsarmut, fehlende Teilhabe oder Gesundheitsrisikoarmut. Die Liste ist lang. Darüber wollen wir heute mit Ihnen sprechen. Aber sagen Sie mir doch als erstes: Wie schaffen Sie es, seit über 35 Jahren morgens motiviert ins Büro zu kommen, angesichts dieser vielen sozialen Schieflagen?

AE: Das ist natürlich nicht in 35 Jahren an jedem Tag gleich. Das variiert durchaus ein bisschen. Ich schaffe es ganz gut, weil die AWO, bei der ich so lange jetzt schon bin und seit zehn Jahren jetzt in Hamburg, ein bisschen dazu beitragen kann, die Situation zu verbessern. Wir sind in Hamburg etwa 1500 Hauptamtliche bei der AWO und ich bin einer von denen und insofern macht mir das sehr viel Spaß mit diesen engagierten Menschen, die sich im Sinne der Werte der AWO für die Hamburger einsetzen, auch zusammenzuarbeiten. Das ist gar nicht schwierig, dann da mitzumachen und jeden Morgen den Antrieb zu finden.

Im Transkript wurde aus redaktionellen Gründen auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen beinhalten keine Wertung und gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Hamburg, im August 2023

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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