SoVD-Podcast: Hamburger Armutsgipfel 2026
Gemeinsam gegen Armut und soziale Ungleichheit: Wie können Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam dazu beitragen, Armut zu verringern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Hamburg zu stärken?
Hamburger Armutsgipfel 2026: Fragen und Inhalte
00:47 Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg: Aufgaben und Unterstützung sozialer Einrichtungen
01:57 Der Hamburger Armutsgipfel 2026: Ziele, Beteiligte und Ausmaß der Armut in Hamburg
04:38 Fachforen des Armutsgipfels: Wohnen, Arbeit, Sozialstaatsreformen und soziale Rechte
12:36 Podiumsdiskussion: Perspektiven aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Wohlfahrtspflege
14:40 Erwartungen an den Armutsgipfel: Soziale Bündnisse stärken und konkrete Forderungen entwickeln
Ich erhoffe mir tatsächlich zum einen, dass wir wieder zusammenkommen, aus verschiedenen Perspektiven auf das Thema schauen und merken, was uns das wert ist, was wir haben – auch hier in Hamburg. […] Und ich erhoffe mir auch ganz konkrete Ideen aus diesen tollen Foren, die wir genannt haben, mit denen wir im nächsten Jahr arbeiten können. Die Menschen, die da sind, sollen etwas in ihre jeweiligen Bereiche mitnehmen.
“
Zu Gast ist Kristin Alheit, geschäftsführende Vorständin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Hamburg und Mitveranstalterin des zweiten Hamburger Armutsgipfels am 18. November 2026. In dieser Folge geht es um die Frage, wie Armut in einer wohlhabenden Stadt wie Hamburg bekämpft werden kann. Kristin Alheit erläutert, welche Menschen besonders von Armut betroffen sind und warum soziale Gerechtigkeit auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Entwicklung wichtig ist. Im Gespräch mit Susanne Rahlf und Dr. Sally Peters geht es auch um die zentralen Themen des Armutsgipfels: bezahlbarer Wohnraum, prekäre Beschäftigung, Sozialstaatsreformen und der Zugang zu sozialen Rechten. Außerdem geht es darum, wie Politik, Verwaltung, Unternehmen und Wohlfahrtsverbände gemeinsam Lösungen entwickeln können. Der Armutsgipfel soll konkrete Forderungen und Ideen hervorbringen, die über den Veranstaltungstag hinaus Wirkung entfalten.

Hamburger Armutsgipfel 2026: Der SoVD-Podcast zum Lesen
SR: Susanne Rahlf
SP: Dr. Sally Peters
KA: Kristin Alheit
SR: „Sozial? Geht immer!“ – der Podcast des SoVD Hamburg mit Susanne Rahlf und Dr. Sally Peters. Einmal im Monat diskutieren wir soziale Fragen und Problemlagen, haken nach und geben Antworten. Herzlich willkommen zu unserem Podcast „Sozial? Geht immer!“. Ich bin Susanne Rahlf.
SP: Und ich bin Sally Peters. Herzlich willkommen beim heutigen Podcast.
SR: Herzlich willkommen sagen wir heute auch zu Kristin Alheit. Sie sind geschäftsführende Vorständin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Hamburg und eine der Ausrichter des zweiten Hamburger Armutsgipfels, der am 18. November hier in Hamburg veranstaltet wird.
00:47 Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg: Aufgaben und Unterstützung sozialer Einrichtungen
SR: Den Namen „Der Paritätische“ haben viele schon einmal gehört. Frau Alheit, bitte erklären Sie uns doch ganz kurz die Aufgaben Ihres Verbandes.
KA: Der Paritätische ist ein anerkannter Spitzenverband der Wohlfahrtspflege. Wir haben 400 Mitglieder aus allen Bereichen der Sozialen Arbeit, also Kitas, Altenheime, Frauenhäuser und soziale Beratungsstellen. Alles Mögliche ist bei uns organisiert. Unsere Mitglieder haben zusammen rund 1.000 Einrichtungen.
Wir beraten sie fachlich und in wirtschaftlichen Dingen. Wir führen Verhandlungen mit der Stadt. Je nachdem, wie die Finanzierung läuft, sind wir also ihre Partner bei der Frage: Wie machen wir Soziale Arbeit hier in Hamburg besonders gut?
SR: Da gibt es wahrscheinlich viele, die Sie mit ihren Problemen ansprechen und denen Sie Hilfestellungen geben, möglicherweise auch finanzielle Unterstützung. Oder wie sind Sie da aufgestellt?
KA: Finanzielle Unterstützung geben wir nicht direkt. Wir unterstützen die Träger. Bei uns sind die Träger organisiert, und wir gewährleisten, dass sie in unserer Stadt gut arbeiten können. Wie gesagt, durch fachliche und wirtschaftliche Beratung und auch durch die Aushandlung von Steigerungssätzen, wenn es um die Bezahlung geht.
01:57 Der Hamburger Armutsgipfel 2026: Ziele, Beteiligte und Ausmaß der Armut in Hamburg
SP: Im letzten Jahr haben der Mieterverein zu Hamburg, der DGB, der Paritätische und wir, der Sozialverband SoVD Hamburg, zum ersten Mal den Hamburger Armutsgipfel veranstaltet. Dieses Jahr freuen wir uns, dass wir ihn ein zweites Mal realisieren können und diesmal sogar die Diakonie hier in Hamburg, ein großer sozialer Akteur in der Stadt, dabei ist.
Wir wiederholen das Format, weil es schon im vergangenen Jahr sehr erfolgreich war und viel Aufmerksamkeit in Presse, Politik, aber auch in der Bevölkerung erzeugt hat. Wir finden, dass es ein wichtiges Thema ist, das immer wieder nach vorne geholt werden muss und die entsprechende Aufmerksamkeit verdient. Toll war dabei vor allem der Austausch zwischen den Menschen, die teilgenommen und verschiedene Perspektiven und Ideen eingebracht haben.
Frau Alheit, warum nimmt der Paritätische dieses Jahr wieder am Armutsgipfel teil?
KA: Wir schauen als Paritätischer seit über 30 Jahren sehr intensiv auf das Thema Armut. Und Hamburg ist wirklich ein Phänomen. Wir sind eine sehr reiche Stadt, eine Stadt mit sehr vielen Millionären. Aber wir haben auch über 360.000 Menschen, die man als arm bezeichnen kann. Das finde ich viel zu viel.
Wenn man schaut, wen das betrifft, sind es in Anführungszeichen immer dieselben Gruppen: Arbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund und Alleinerziehende. In Hamburg ist wirklich fast jedes vierte Kind von Armut betroffen. Deswegen engagieren wir uns so.
Dass wir den Kreis der Ausrichter noch einmal erweitern konnten, zeigt auch, wie erfolgreich wir waren. Und es zeigt sich jetzt wieder, dass wirklich ein breites Interesse in Politik, Behörden, aber auch in der Zivilgesellschaft da ist. Genau das wollen wir erreichen.
SP: Wen sprechen wir aus Ihrer Sicht an, und wen wünschen Sie sich dieses Jahr auf der Teilnehmendenliste?
KA: Genau diese verschiedenen Gruppen. Das macht, glaube ich, den Armutsgipfel aus: dass wir nicht nur eine Gruppe ansprechen. Wir sprechen natürlich auch die Betroffenen an. Sie sollen für sich selbst sprechen können.
Dass Politik und Behörden ebenfalls dabei sind, ist wichtig, weil dort viele Veränderungsmöglichkeiten liegen. Wenn wir Mechanismen finden, wie wir dieses Thema in Hamburg besser regeln können, dann sind das neben den Akteuren der Zivilgesellschaft sicherlich wichtige Beteiligte.
SR: Gerade die Akteure aus Politik und Verwaltung haben es beim letzten Gipfel, glaube ich, sehr geschätzt, direkt in Kontakt zu kommen und sich in den Workshops auszutauschen. Das ist sehr gut angekommen. Deswegen ist auch bei diesem zweiten Gipfel die Resonanz auf die Anmeldung schon sehr groß. Das Interesse ist groß, und das Programm kann sich dieses Mal wirklich sehen lassen.
KA: Ja, finde ich auch.
04:38 Fachforen des Armutsgipfels: Wohnen, Arbeit, Sozialstaatsreformen und soziale Rechte
SR: Ich erkläre kurz ein paar Einzelheiten zu den großen Programmpunkten des Gipfels. Wir werden gleich noch genauer darauf eingehen.
Zu Beginn haben wir Prof. Dr. Nicole Mayer-Ahuja eingeladen. Sie ist Professorin für Soziologie an der Universität Göttingen mit dem Schwerpunkt Arbeit, Unternehmen und Wirtschaft. Sie beschäftigt sich mit dem Thema Arbeit – einem großen Schwerpunkt beim Armutsgipfel – und mit wichtigen Schritten, die zu mehr Verteilungsgerechtigkeit führen könnten. Sie schaut sich die Veränderungen an und wird diesen Aspekt vorstellen und damit die Veranstaltung einläuten.
Danach werden sich die Teilnehmenden auf fünf große Workshops aufteilen und sich intensiv mit Themen auseinandersetzen, die Armut stark bestimmen und beeinflussen.
Sally, der Mieterverein zu Hamburg ist einer der großen Akteure bei uns, der den Armutsgipfel auch im vergangenen Jahr mitveranstaltet und mitorganisiert hat. Welches Thema wird der Mieterverein bearbeiten?
SP: In dem Forum wird es um das Thema Mitarbeitenden-Wohnungen gehen. Der Workshop wird von Dr. Rolf Bosse geleitet. Wir wissen alle, dass Wohnen und Armut eng miteinander verbunden sind. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist eine Tatsache und in Hamburg gerade wieder groß in den Medien. Es fehlen circa 25.000 Einheiten. Derzeit werden jedes Jahr leider viel zu wenige Sozialwohnungen fertiggestellt.
Gleichzeitig sagt man mittlerweile aber auch: Unternehmen können selbst aktiv werden und Wohnungen für ihre Mitarbeiter bauen. So können sie ihnen die Möglichkeit geben, Wohnraum zu finden, und zugleich Fachkräfte für die Stadt gewinnen.
Das heißt, wir sprechen in dem Workshop gemeinsam mit Dr. Rolf Bosse darüber, wie Mitarbeitenden-Wohnungen dabei helfen können, dem Fachkräftemangel zu begegnen und gleichzeitig der Wohnungsbaukrise etwas entgegenzusetzen.
SR: Der Fachkräftemangel ist auch in Hamburg ein großes Thema. An sehr vielen Stellen fehlen Menschen, und sie kommen nicht in die Stadt, weil es keine Wohnungen gibt. Das ist immer das Problem. Deswegen sind Unternehmen in Zukunft wahrscheinlich auch viel stärker gefordert.
Das Thema Arbeit wird auch im Workshop des DGB eine Rolle spielen. Anne Widder ist eingeladen. Sie ist Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten. Das Thema Gastronomie ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie man trotz Arbeit relativ kleine Einkommen hat und wenig in seine Altersabsicherung einzahlen kann. In diesem Bereich bestehen sehr viele prekäre Arbeitsverhältnisse mit unsicheren Arbeitszeiten. Viele Aspekte tragen dazu bei, dass Armut gerade hier in Hamburg immer noch eine Rolle spielt und die Menschen weiterhin in Armut hält.
SR: Frau Alheit, der Paritätische wird den dritten Workshop gestalten. Was ist Ihr zentrales Thema?
KA: Wir haben unseren Workshop „Reformen für wen? Was die Sozialstaatspläne für Menschen mit wenig Geld bedeuten“ genannt. Da wollen wir einen Blick auf all die „Reformen“ werfen – ich hoffe, man hört meine Anführungszeichen –, die der Bund gerade diskutiert.
Da geht es um Rente, Pflege und Gesundheit. Auch das Thema Wohnen wird vom Bund mit dem Wohngeld neu angeschoben. Und das Thema Kinder- und Jugendhilfe ist gerade in der bundespolitischen Diskussion.
Herr Dr. Jonas Pieper, der beim Gesamtverband des Paritätischen in Berlin arbeitet, wird uns einen Überblick über die Gesetzentwürfe geben: Wie ist der Stand, was steht darin, und wo liegen für uns die Dollpunkte?
Nachdem wir eine Einführung bekommen haben, ist es uns ganz wichtig, miteinander zu diskutieren und zu überlegen, an welcher Stelle wir das, was wir noch ändern wollen, am besten einbringen können. Was können wir noch ändern, damit diese Gesetzentwürfe möglicherweise an der einen oder anderen Stelle anders werden?
Wir kennen ja noch nicht viele. Aber über die Pflege ist jetzt schon sehr viel diskutiert worden. Da kennen wir schon ein paar Dollpunkte, an die wir unbedingt heranmüssen.
SR: Ja, spannende Themen, die in diesem Bereich behandelt werden. Der SoVD ist ebenfalls mit einem Workshop dabei. Sally, da geht es um den Zugang zu sozialen Rechten, natürlich auch um unsere Sozialrechtsberatung. Welche Erfahrungen fließen daraus ein, und worum wird es in diesem Workshop gehen?
SP: Wir freuen uns sehr, dass wir zusammen mit der Diakonie einen Workshop verantworten können. Der Workshop trägt den Titel „Recht haben reicht nicht – Zugang zu sozialen Rechten in Hamburg“.
Soziale Rechte zu haben, bedeutet leider nicht automatisch, dass man sie auch durchsetzen kann. Gerade Menschen in schwierigen Lebenslagen haben manchmal das Problem, dass sie entweder ihre Ansprüche gar nicht kennen oder diese nicht durchsetzen können. Dann brauchen sie weitere Unterstützung, zum Beispiel, damit sie bestimmte Leistungen am Ende auch tatsächlich bekommen.
Für den Impuls konnten wir Gwendolyn Stilling gewinnen. Gwendolyn Stilling hat kürzlich die Expertise „Recht haben reicht nicht“ veröffentlicht. Sie beschäftigt sich damit, welche Hürden es gibt, die es Menschen im Alltag schwer machen, die Leistungen zu bekommen, auf die sie eigentlich Anspruch haben, und warum Sozialberatung in ganz vielen Momenten sehr wichtig ist. Denn die Menschen müssen überhaupt wissen, was ihnen zusteht, damit sie diese Leistungen auch bekommen können.
Natürlich geht es dabei am Ende auch darum: Wie können wir das in Hamburg umsetzen? Wo haben wir noch Ansatzpunkte in Hamburg? Was brauchen wir? Dafür ist es auch sehr schön, dass Behörden und Politik dabei sind. So kann man möglichst direkt zur Umsetzung kommen und schauen, wo angesetzt werden muss, welche Handlungsmöglichkeiten es gibt und wer in der Pflicht oder in der Verantwortung ist, tätig zu werden, damit die Menschen am Ende das bekommen, worauf sie Anspruch haben.
SR: Dieser Austausch ist sowieso einer der zentralen Punkte des Armutsgipfels: die Chance und die Möglichkeit, sich auszutauschen, alle zusammenzubringen, die in irgendeiner Form mit einem Thema befasst sind, sie in Kontakt zu bringen und Informationen fließen zu lassen.
Der fünfte Workshop des Armutsgipfels beschäftigt sich mit den Auswirkungen, die Ungleichheit und Armut auf unsere Gesellschaft haben. Dazu ist Prof. Dr. Arne Heise eingeladen. Er ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg mit dem Schwerpunkt Finanzwissenschaft und Public Governance.
Ich glaube, wir wissen alle aus der Praxis und dem Umgang mit Menschen, die von Armut betroffen sind: Die Folgen sind größer, als man meinen könnte. Das betrifft natürlich auch die gesamte Finanzlage. Finanzierung ist in allen Bereichen ein sehr großes Thema. Dazu kann er wahrscheinlich noch sehr viele interessante Dinge sagen. Insofern ist das auch ein sehr interessanter Workshop.
SP: Aus Sicht des SoVD – und ich denke, da spreche ich für alle Organisationen, die den Armutsgipfel ausrichten – ist klar: Verteilungsgerechtigkeit ist nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, sondern wirklich auch eine Voraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft und eine starke Volkswirtschaft. Das ist ein Faktor, der oft gar nicht so berücksichtigt wird.
Fehlende Verteilungsgerechtigkeit hat nämlich ihren Preis, gesellschaftlich, aber auch wirtschaftlich. Sie schwächt den sozialen Zusammenhalt, verstärkt Unzufriedenheit und gesellschaftliche Spannungen und kann sich negativ auf die Gesellschaft auswirken. Deswegen ist aus unserer Sicht mehr Verteilungsgerechtigkeit nicht nur sozialpolitisch geboten, sondern auch wirtschaftlich vernünftig.
SR: Genau. Denn auch Menschen mit wenig Einkommen müssen Geld ausgeben. Sie müssen Lebensmittel einkaufen und ihre Mieten bezahlen. Das sind alles sehr wichtige Punkte, die auch dazu beitragen, dass unsere Volkswirtschaft funktioniert. Je weniger Geld da hineinfließt, desto schwächer wird auch unsere Volkswirtschaft.
12:36 Podiumsdiskussion: Perspektiven aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Wohlfahrtspflege
SR: Nach den Workshops wird es eine kleine Pause geben. Danach werden auf einem Podium noch einmal die Ergebnisse zusammengetragen. Die Beteiligten aus den Workshops werden dort zusammenkommen und berichten, was herausgekommen ist. Frau Alheit, wer ist denn auf dem Podium anzutreffen?
KA: Das wird eine ganz spannende Diskussion auf dem Podium, weil wir sehr unterschiedliche Gäste haben. Wir haben Andreas Dressel, den Senator für Finanzen und Bezirke, also wirklich den Herrn der Hamburger Finanzen. Dazu kommt jemand von der Agentur für Arbeit, der sicherlich einen ganz anderen Blick auf diese Themen hat.
Spannend ist auch Michael Thomas Fröhlich von UV Nord, dem Verband der Unternehmen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Sandra Goldschmidt von ver.di hat sicherlich wieder eine ganz andere Sicht als Herr Fröhlich. Und ich selbst darf für den federführenden Verband in der AGFW, dem Zusammenschluss der Wohlfahrtsverbände, mit auf dem Podium sitzen.
Ich glaube, wir werden sehr kontrovers diskutieren, wenn wir über das Thema Armut sprechen und darüber, was es zu bewegen gibt. Darauf freue ich mich.
SR: Herr Dr. Dressel und Herr Fock sind wirklich zwei der wichtigsten Vertreter für die Bereiche Arbeit und Finanzen hier in Hamburg. Wir freuen uns sehr, dass sie zugesagt haben und den Armutsgipfel so zu schätzen wissen, dass es ihnen wichtig ist, dabei zu sein. Das freut uns sehr.
SP: Finanzen und Haushalt, soziale Wohlfahrtspflege, Arbeitgeber, Arbeitnehmer sowie Gewerkschaften: Toll ist, dass so viele Aspekte hier zusammenkommen, die alle für die Entwicklung, aber auch für die Bekämpfung von Armut eine ausschlaggebende Rolle spielen.
Die Zusagen auf unsere Anfragen kamen sehr schnell. Das ist immer ein gutes Zeichen dafür, dass Menschen wirklich Interesse haben, ins Gespräch zu kommen und sich der Diskussion zu stellen. Deswegen freuen wir uns über eine sicherlich kontroverse, aber – da bin ich mir sicher – konstruktive Diskussion mit allen Beteiligten.
Wir werden Sie natürlich über den Verlauf des Armutsgipfels auf Social Media und auf all unseren Kanälen auf dem Laufenden halten.
14:40 Erwartungen an den Armutsgipfel: Soziale Bündnisse stärken und konkrete Forderungen entwickeln
SR: Frau Alheit, auf der einen Seite wird dort ein sehr konstruktiver Austausch stattfinden. Auf eine Art bleibt es aber auch unverbindlich: Alle kommen zusammen und gehen hinterher wieder auseinander. Was sind eigentlich Ihre Erwartungen? Was möchten Sie aus dem Gipfel mitnehmen? Was würden Sie den anderen gerne mitgeben? Was erhoffen Sie sich?
KA: Sally hat eben so schön den sozialen Zusammenhalt angesprochen. Ich erhoffe mir tatsächlich zum einen, dass wir wieder zusammenkommen, aus verschiedenen Perspektiven auf das Thema schauen und merken, was uns das wert ist, was wir haben – auch hier in Hamburg. Ich möchte also wirklich den inneren sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft stärken, auch mit Blick auf die immer stärker werdenden Ränder in der Politik. Das finde ich einen ganz wichtigen Zweck.
Aber ich erhoffe mir auch ganz konkrete Ideen aus diesen tollen Foren, die wir genannt haben, mit denen wir im nächsten Jahr arbeiten können. Die Menschen, die da sind, sollen etwas in ihre jeweiligen Bereiche mitnehmen. Und wir als diejenigen, die den Armutsgipfel nicht als Eintagsfliege sehen, sondern auch im nächsten Jahr damit arbeiten wollen, sollen richtig gute Forderungen haben, die wir hier in der Stadt platzieren können. Dann können wir auch außerhalb des 18. November immer wieder ins Gespräch gehen.
SR: Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist, sich zu verbünden und Bündnisse zwischen all den Organisationen und Verbänden zu schließen, die in diesem Bereich arbeiten und der Armut hier in Hamburg den Kampf ansagen. Ein einzelner Akteur hat möglicherweise nicht so viel Schlagkraft wie ein größeres Bündnis von Menschen und Organisationen, die das gleiche Ziel haben.
Insofern ist dieser Gipfel auch ein Zusammenkommen von allen. Das finde ich sehr wichtig.
Frau Alheit, vielen Dank, dass Sie hier waren und uns so gut über diesen Armutsgipfel aufgeklärt haben. Wir sind gespannt, was dabei herauskommt. Wir sind sehr hoffnungsvoll und freuen uns darauf. Vielen Dank.
SP: Vielen Dank.
KA: Sehr gerne.
SR: Das war „Sozial? Geht immer!“ – der Podcast des SoVD Hamburg. Abonnieren Sie uns auf den gängigen Plattformen und hinterlassen Sie eine gute Bewertung oder schicken Sie uns Ihr Feedback an info@sovd-hh.de. Wir freuen uns, wenn Sie auch das nächste Mal wieder reinhören. Bis dahin halten wir Sie auf unseren Social-Media-Kanälen auf dem Laufenden. Oder besuchen Sie unsere Webseite: sovd-hh.de.











