Schon wieder sind die durchschnittlichen Preise für ein WG-Zimmer in Hamburg gestiegen. Dem Studentenreport 2026 zufolge muss man dafür inzwischen durchschnittlich 736 Euro Warmmiete im Monat einkalkulieren: „Das BAföG kompensiert dies schon lange nicht mehr und bedeutet, dass sich junge Menschen aus einkommensschwachen Familien, aber auch aus Teilen des Mittelstands, ein Studium kaum noch leisten können. Alle Studierende in Hamburg brauchen mehr Wohnraum, der bezahlbar ist“, fordert Dr. Sally Peters, Vorständin SoVD Hamburg.
Der Hamburger Wohnungsmarkt entwickelt sich für die finanziell weniger gut aufgestellte junge Menschen immer mehr zum Ausschlusskriterium, wenn es um Bildungsgerechtigkeit geht: „Junge Erwachsene, die aus armen Familien stammen und es dennoch schaffen, das Abitur und einen guten Schulabschluss zu machen, werden durch den angespannten Wohnungsmarkt gleich zu Beginn des Studiums sehr stark ausgebremst und deutlich benachteiligt und zwar nur, weil die Mieten in Hamburg auf einem sehr hohen Niveau liegen. Der Zugang zu Bildung und letztendlich zu einem Leben ohne Armut darf nicht davon abhängen, dass man sich das Dach über dem Kopf leisten kann“, kritisiert Peters. Die Zahlen zum Wohnungsbau im vergangenen Jahr bestätigen die Befürchtungen der SoVD Vorständin: „Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist verheerend, wer heutzutage eine Wohnung hat, gibt sie nicht mehr her, denn es gibt keine Alternativen. Knapp 6.000 fertiggestellte Wohnungen, dazu 1.953 öffentlich geförderte Einheiten – das sind Zahlen, die natürlich Menschen mit kleinen Einkommen deutlich stärker treffen als diejenigen, die sich problemlos höhere Mieten leisten können.“
Vor allem Studierende müssen in Hamburg mit jedem Cent rechnen: Eine Sonderauswertung zum Hamburger Mikrozensus 2025 hat ergeben, dass die Ausgaben für das Wohnen mehr als die Hälfte ihres Einkommens verschlingen. 65 Prozent der studentischen Haushalte sind sogar finanziell überbelastet: „Das bedeutet für viele Studierende, es sind in Hamburg 42 Prozent, dass sie nebenbei arbeiten müssen, da die BAföG-Wohnkostenpauschale nur bei 380 Euro liegt. Wer auf einen Nebenjob angewiesen ist, hat zwangsläufig weniger Zeit fürs Studium. Wer es sich dagegen leisten kann, macht schneller den Abschluss und ist damit im Vorteil“, sagt Peters.
Für die SoVD-Vorständin ist klar: „Hamburg braucht mehr Bildungsgerechtigkeit. Wir haben hier ein großes Potenzial an jungen Menschen mit vielversprechenden Zukunftsperspektiven, die nach dem Abschluss an vielen Stellen für wirtschaftlichen Erfolg sorgen könnten. Mehr Wohnheimplätze, Stipendien oder auch ein Wohngeld würden insbesondere diejenigen unterstützen, für die die Finanzierung ihres Studiums besonders schwierig ist. Vor allem aber sehe ich die Stadt in der Pflicht – Hamburg muss unbedingt und schnell mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen!“
