Die Zahl der Räumungsklagen in Hamburg steigt. Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden 1.877 Klagen auf Herausgabe von Wohnungen eingereicht. Für die Betroffenen bedeutet der Verlust der eigenen Wohnung häufig nicht nur finanzielle Schwierigkeiten, sondern auch den Verlust von Sicherheit, Stabilität und gesellschaftlicher Teilhabe.
Dr. Rolf Bosse, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg, spricht im SoVD-Podcast „Sozial? Geht immer!“ über die Ursachen dieser Entwicklung und die Herausforderungen auf dem Hamburger Wohnungsmarkt. Besonders betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen, ältere Menschen sowie Haushalte mit Mietschulden oder erschwertem Zugang zum Wohnungsmarkt.
Neben dem Mangel an Sozialwohnungen geht es in der Folge um die Grenzen des Wohnungsneubaus, Möglichkeiten des Wohnungstauschs sowie die Rolle der Fachstellen für Wohnungssicherung. Auch steigende Belastungen durch Indexmieten, teure möblierte Wohnungen und Ferienvermietungen werden thematisiert.
Für den Mieterverein ist klar: Neubau allein wird die Wohnungsfrage nicht lösen. Um Wohnungsverlust zu verhindern, braucht es mehr bezahlbaren Wohnraum, stärkere kommunale Verantwortung und langfristige soziale Bindungen im Wohnungsbau.