Das SoVD-Sozialkaufhaus Cappello am Osdorfer Born kann vorerst weitermachen: „Kürzlich haben wir vom Bezirksamt Altona die Zusage für die Finanzierung des laufenden Betriebs bis zum Jahresende bekommen. Das ist für uns eine sehr gute Nachricht. Wir sind außerdem sehr optimistisch, dass wir gemeinsam mit der Politik eine tragfähige Lösung für die Zukunft von Cappello finden“, berichtet Dr. Sally Peters, Vorständin des Hamburger SoVD, der das Sozialkaufhaus betreibt.
Das Sozialkaufhaus für Alle ist ein wichtiger Baustein im sozialen Gefüge in Osdorf: „Hier leben sehr viele Menschen, die entweder kleine Einkommen haben oder ganz auf soziale Unterstützungsleistungen angewiesen sind. Sie finden bei Cappello alles, was für ihren Alltag wichtig ist – von der Kinderkleidung bis zum Kochtopf ist alles dabei. Gleichzeitig ist Cappello ein Ort im Quartier, der allen offensteht und soziale Teilhabe ermöglicht. Für sie wäre das Aus sehr schmerzhaft gewesen“, sagt Peters.
Anfang des Jahres hatte der Sozialverband den Bezirk Altona um Hilfe angerufen, weil die Erträge aus dem Verkauf nur einen Bruchteil der laufenden Kosten wie Miete, Heizung und Strom deckten. Der Sozialausschuss Altona votierte für den Erhalt: „Nun bekommen wir im Rahmen des RISE-Programms die Unterstützung, die wir brauchen, um das Jahr zu überstehen“, so Peters.
Die SoVD Vorständin ist mit Blick auf die Zukunft von Cappello sehr optimistisch: „Zum einen freuen wir uns, dass die Stadt den Wert des Sozialkaufhauses anerkennt. Zum anderen haben wir sehr positive Signale bezüglich einer Renovierung der Räumlichkeiten bekommen. Denn auch dies können wir als Sozialverband nicht allein stemmen“, sagt Peters.
Sie hofft auf eine baldige Zusage der Kostenübernahme für die Renovierung der Räumlichkeiten, denn: „Insgesamt entwickelt sich der Osdorfer Born gerade deutlich weiter. Die Finanzierung von Maßnahmen aus dem RISE Programm laufen nach Jahren der Planung an, das wird der Quartier an vielen Stelle zugutekommen.“
Für Peters gehören soziale und ökologische Quartiersentwicklung zusammen: „Im kommenden Jahr findet auf dem Gelände des Bürgerhauses eine groß angelegte Umgestaltung zu mehr sozialem Miteinander und mehr Klimaschutz statt. Gerade in Stadtteilen, in denen viele Menschen mit kleinen Einkommen leben, brauchen wir Orte, die auch bei Hitze eine hohe Aufenthaltsqualität und zusätzlich eine gute soziale Infrastruktur bieten. Was hier am Osdorfer Born passiert, könnte Vorbild für andere, sozial benachteiligte Stadtviertel in Hamburg werden – mit entsiegelten Flächen, begrünten Fassaden, Schattenplätzen, Wasserstellen und Orten, die Beratung, Begegnung und Unterstützung anbieten. So sollten in der Zukunft mehr Quartiere in Hamburg aussehen!“
