Dass Steuerzahler:innen in der Hansestadt offenbar mit zweierlei Maß behandelt werden, ist für den SoVD Hamburg nicht akzeptabel: „Es sollte selbstverständlich sein, dass Lasten fair und gerecht auf alle Schultern verteilt werden. Dazu gehört auch, dass große Unternehmen und Einkommensmillionäre genauso geprüft werden, wie kleine Betriebe oder einfache Steuerzahler:innen. Sinnvoll wäre zudem eine gesonderte Vermögenssteuer“, mahnt Vorständin Dr. Sally Peters.
Die Vorständin des Hamburger SoVD fordert mehr Fairness bei der Bearbeitung der in Hamburg abgegebenen Steuererklärungen. Allein im Jahr 2025 ließ die Stadt rund 263 Millionen Euro Steuergeld zugunsten größerer Hamburger Unternehmen verjähren: „Es ist weder sozial noch gerecht, dass bei dieser Frage bestimmte Gruppen auffallend nachlässig überprüft werden!“. Die Hamburger Finanzbehörde hatte den Steuerverlust mit einem erheblichen Personalmangel begründet, der zu weniger Prüfverfahren geführt habe: „Die Stadt schafft es nicht, die Angaben von Unternehmen ausreichend zu kontrollieren, während Arbeitnehmer:innen jedes Jahr gewissenhaft ihre Steuererklärung abgeben. Hier riskiert die Politik, dass sich Menschen ungerecht behandelt fühlen, weil die Reichen offenkundig geschont werden. Das ist ein fatales Signal!“, warnt Peters.
Gerade wegen der vom Senat angekündigten Einsparungen für den Doppelhaushalt 2027/28 ist dies für die Hamburger SoVD Vorständin wenig nachvollziehbar: „Allein im vergangenen Jahr sind der Stadt 263 Millionen Euro Steuergelder entgangen. In der ersten Jahreshälfte kamen noch einmal 21,5 Millionen Euro hinzu! Dieses Geld hätte an vielen Stellen wertvolle Hilfe leisten können – vor allem im sozialen Bereich!“
Finanzsenator Dressel müsse dringend in mehr Mitarbeitende investieren: „Dazu gehören auch attraktive Arbeitsbedingungen. Wenn die Bezahlung und die Anforderungen nicht passen, wundert es nicht, dass Finanzfachkräfte lieber in die freie Wirtschaft abwandern. Dressel sollte erkennen, dass es sich lohnt, attraktive Arbeitsplätze anzubieten. Dafür muss er aber in bessere Rahmenbedingungen investieren, um zumindest große Unternehmen und extrem gutverdienende Menschen in der Stadt rechtzeitig zu prüfen“.
