„Keine öffentlichen Mittel für E-Fahrzeuge ohne Warngeräusch!“

Illustration: © DBSV/Phil Hubbe
Mit einer Protestaktion fordert der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. (BSVH) gemeinsam mit dem SoVD-Landesverband Hamburg, der Lebenshilfe Landesverband Hamburg e.V. und dem Landesseniorenbeirat Hamburg (LSB) sowie weiteren Partnern, alle öffentlichen Stellen auf, Hybrid- und Elektrofahrzeuge nur dann anzuschaffen, wenn sie mit einem Warngeräusch ausgestattet sind! Die „Großbeschaffer“ sollen so ihrer Verantwortung für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden gerecht werden.
Lautlose Elektrofahrzeuge stellen für alle, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, eine Unfallgefahr dar, die größer ist als bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Laut Gesetz müssen deshalb alle neu zugelassenen Hybrid- und Elektrofahrzeuge ab Juli 2021 ein Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) haben. Jedes Fahrzeug, das bis dahin ohne AVAS auf die Straßen kommt oder bereits dort unterwegs ist, wird jedoch dauerhaft lautlos fahren und so zu einem gefährlichen Mischverkehr aus hörbaren und lautlosen Autos beitragen. Im Interesse der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer fordern deshalb BSVH, ADFC, FUSS e.V., der Landesseniorenbeirat, die Lebenshilfe sowie die Sozialverbände SoVD und VdK von öffentlichen Stellen in Hamburg:
- Alle Elektrofahrzeuge, wie Busse des ÖPNV oder Dienstfahrzeuge etc., müssen mit einem AVAS ausgestattet werden.
- Die bereits angeschafften Fahrzeuge müssen mit einem AVAS nachgerüstet werden.
- Ein AVAS muss zwingendes Zuschlagskriterium bei der Vergabe von Aufträgen sein, zum Beispiel beim Abschluss von Leasingverträgen.
Der BSVH beteiligt sich damit an den bundesweiten Protestaktionen in der Woche des Sehens. Die Aktion in Hamburg findet statt am Mittwoch, 9. Oktober 2019 um 10 Uhr, vor dem Eingang zum Hamburger Rathaus. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Hintergrundinfos, Pressebilder sowie einen Film und AVAS-Soundbeispiele unter: dbsv.org/emobi-presse-service.html
Hintergrundinformationen
„Nach vorne schauen“ ist das Thema der diesjährigen Aufklärungskampagne im Rahmen der „Woche des Sehens“, die vom 8. bis 15. Oktober stattfindet. Schirmherrin ist die Fernsehjournalistin Gundula Gause. Die Partner und Veranstalter der Woche des Sehens machen bundesweit mit vielfältigen Aktionen auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern aufmerksam.
Getragen wird die Woche des Sehens von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie der PRO RETINA Deutschland. Unterstützt wird die Woche des Sehens von der Aktion Mensch und der Carl Zeiss Meditec AG.
Weitere Informationen unter woche-des-sehens.de
Auf Initiative des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) haben sich acht Verbände und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat zusammengeschlossen. Gemeinsam fordern sie unter dem Motto „Elektrisch fahren tut hörbar gut!“ den sofortigen Einbau eines künstlichen Warngeräusches in alle Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Zum Bündnis gehören:
- ADFC – Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V.
- BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V.
- Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.
- Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)
- Deutscher Verkehrssicherheitsrat
- FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
- Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL)
- SoVD – Sozialverband Deutschland e.V.
- Sozialverband VdK Deutschland
Weitere Informationen unter dbsv.org/emobi.html