Die geplante Wohngeldreform wird vor allem für Familien, Senior:innen, Studierende und Alleinerziehende mit kleinem Einkommen Folgen haben: „Viele, die nur knapp über der Armutsgrenze liegen, sind angesichts des Mietniveaus in der Hansestadt existenziell auf das Wohngeld angewiesen“, stellt Dr. Sally Peters, Vorständin SoVD Hamburg, klar. Sie fordert von der Politik mehr Zugeständnisse für vulnerable Gruppen: „Wohnen könnte sonst noch mehr Menschen in Armut treiben. Für ein Drittel der Betroffenen könnte diese Reform existenzbedrohend werden!“
Ende 2025 erhielten knapp 27.000 Hamburger Haushalte Wohngeld. Ohne diese Unterstützung müssten die betroffenen Haushalte durchschnittlich 41 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aufbringen, mit Wohngeld liegt die Belastung bei rund 21 Prozent. Das geht aus den heute veröffentlichten Zahlen des Statistikamts Nord hervor.
Der Hamburger SoVD warnt angesichts steigender Mieten und einer verfestigten Inflation vor den Folgen einer Wohngeldreform, die diejenigen mit kleinen Einkommen über Gebühr belasten wird. Denn für etwa ein Drittel der 27.000 Haushalte in Hamburg könnte es in Zukunft gar keine Unterstützung mehr geben. Und auch diejenigen, die weiterhin im Bezug sind, müssen mit Abstrichen rechnen: „Hamburg wird insgesamt von Mietstufe VI auf V heruntergesetzt, damit reduziert sich die Höhe der Unterstützung. Dabei ist aus meiner Sicht an keiner Stelle das Leben in Hamburg günstiger geworden – ganz im Gegenteil“, mahnt Peters.
Die Wohngeldreform werde dazu führen, dass die Angst wächst, gekündigt zu werden, denn Wohnen entscheidet auch über Lebenswege. Familien mit kleinerem Einkommen wohnen oft in Quartieren mit einem sozial starken Gefälle, das entscheidet auch über Bildung, Schulabschluss und Zukunftsperspektiven. Die Wohngeldreform werde bei ihnen, bei jungen Menschen, Alleinerziehenden und Senior:innen mit kleinen Einkommen zu existenziellen Einbußen führen.
Statt zu kürzen müsse investiert werden – der Bedarf sei übergroß: „Hamburg braucht jährlich wenigstens 5.000 neue Sozialwohnungen. Ich denke aber auch an mehr Realisierungen im Hamburg Standard und flexiblere Baumodule. Dazu verschlankte Verwaltungsabläufe und eine schnellere Bearbeitung von Anträgen – es gibt genügend Stellschrauben, die man drehen könnte. Dafür muss sich die Politik hier in der Stadt, aber auch in Berlin sehr viel stärker positionieren!“
