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Steilshoop muss runter vom gesundheitlichen Abstellgleis!

Soziales sichern – jetzt handeln!

Auf dem Bild sind eine Krankenversicherungskarte, mehrere Euro-Banknoten und -Münzen sowie einige Tabletten zu sehen. Die Krankenversicherungskarte liegt links im Vordergrund, während die Banknoten und Münzen rechts daneben platziert sind. Die Tabletten befinden sich in der Mitte des Bildes.

Klaus Wicher, Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V., ist tief besorgt über die schlechte medizinische Versorgungssituation in Steilshoop: „Wieder trifft es ein Quartier, in dem vor allem Menschen mit wenig Einkommen leben. Das Angebot an Ärzt:innen darf sich nicht allein am Einkommen der Patient:innen orientieren! Die Stadt und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) haben für arme Menschen eine Verantwortung, die nicht verwandelbar ist!“

Steilshoop gehört seit Jahrzehnten zu den Quartieren, in denen viele Menschen leben, die mit Armut konfrontiert sind: „Das heißt leider auch, dass Steilshoop für praktizierende Ärzt:innen wirtschaftlich unattraktiv ist, weil es hier zu wenig privat Versicherte gibt, ohne die eine Praxis offenbar nicht betrieben werden kann“, ordnet Wicher ein. Derzeit gebe es dort nur noch einen Hausarzt, der für rund 20.000 Menschen im Stadtteil zuständig ist.

Aus Sicht des Hamburger SoVD-Vorsitzenden eine Entwicklung, die nicht akzeptabel ist: „Hier werden Menschen benachteiligt, die immer weniger für ihr Geld kaufen können. Ihnen wird ganz klar vermittelt, dass es sich für Ärzt:innen nicht lohnt, dort zu praktizieren. Und sie sehen gleichzeitig, dass es in wohlhabenderen Stadtteilen eher ein Zuviel an fachärztlichen Angeboten gibt als einen Mangel“, stellt Wicher klar.

Er fordert vom Senat und der KV erneut, in Stadtteilen mit einem niedrigeren sozialen Index Verantwortung für die Menschen zu übernehmen: „Es ist erwiesen, dass sich die Höhe des Einkommens direkt auf Gesundheit und Konstitution auswirkt – wer wenig hat, ernährt sich meist schlechter, kann sich weniger gut um sich selbst kümmern und hat eine niedrigere Lebenserwartung. Darum muss das Angebot an ärztlicher Versorgung zuerst dort ausreichend bereitgestellt werden, wo Armut das Leben der Menschen prägt.“

Arme Stadtteile wie Steilshoop, Billstedt oder Wilhelmsburg bräuchten besonders viele Gesundheitsangebote: „Hoffnung macht mir die Entwicklung in Mümmelmannsberg. Erfreulich ist, dass dort gerade eine neue Stadtteilklinik entsteht. Der Senat und die KV sollten den Schulterschluss wagen und auch in Steilshoop mehr ärztliche Angebote schaffen. Patient:innen gibt es dort auf jeden Fall genug!“

 

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem rund 28.000 Mitglieder organisiert sind. Damit ist der SoVD die größte sozialpolitische Interessenvertretung in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung.

Presse-Material

 

Kontakt
Susanne Rahlf
Pressesprecherin SoVD Hamburg
Telefon: 0151 44545693
E-Mail: presse@sovd-hh.de

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