Die Klimakrise verändert nicht nur das Wetter, sondern stellt auch hohe Anforderungen an unsere Städte und die Stadtplanung. Längere Hitzeperioden, häufiger auftretender Starkregen und der steigende Meeresspiegel stellen Hamburg vor große Herausforderungen. Damit die Hansestadt auch künftig lebenswert bleibt, muss sie sich an die Folgen der Klimakrise anpassen. Dabei geht es nicht nur um Umwelt- und Hochwasserschutz, sondern auch um Gesundheit und soziale Gerechtigkeit.
Hochwasserschutz bleibt eine Daueraufgabe
Als Hafenstadt an Elbe und Alster ist Hamburg auf einen wirksamen Hochwasserschutz angewiesen. Seit der Sturmflutkatastrophe von 1962 hat der Hochwasserschutz einen hohen Stellenwert. Durch den steigenden Meeresspiegel und häufigere Sturmfluten gewinnt er weiter an Bedeutung. Deiche werden deshalb regelmäßig erhöht und verstärkt, Sperrwerke modernisiert und Schutzanlagen an neue Klimaprognosen angepasst. Doch Hochwasserschutz endet nicht an den Deichen. Auch Starkregen kann Straßen und Gebäude innerhalb kurzer Zeit überfluten. Deshalb setzt Hamburg zunehmend auf eine Stadtplanung, die vor zu viel Regenwasser schützt und gleichzeitig dieses Wasser besser nutzt.
Wasser speichern statt ableiten
Mit dem Konzept der Schwammstadt wird Wasser im urbanen Ökosystem gespeichert, anstatt in der Kanalisation zu verschwinden. Das Regenwasser versickert und verdunstet dort, wo es fällt. Grünflächen, bepflanzte Dächer, Versickerungsflächen und begrünte Innenhöfe speichern Wasser und geben es langsam wieder an die Umwelt ab. Dadurch wird die Kanalisation bei Starkregen entlastet, und gleichzeitig erhalten Pflanzen auch in Trockenzeiten ausreichend Wasser. So entstehen kühlere und widerstandsfähigere Stadtquartiere.
Mehr Grün verbessert das Stadtklima
Bäume, Parks und begrünte Fassaden leisten weit mehr als einen schönen Anblick. Sie spenden Schatten, kühlen die Umgebung und verbessern die Luftqualität. Gerade dicht bebaute Stadtteile profitieren von zusätzlichen Grünflächen, denn Asphalt und Beton heizen sich dort besonders stark auf.
Klimaanpassung muss sozial gedacht werden
Für den SoVD ist Stadtentwicklung immer auch eine soziale Frage. Menschen mit geringem Einkommen leben häufiger in Quartieren mit wenig Grün und sind den Folgen extremer Hitze stärker ausgesetzt. Deshalb sollten neue Grünflächen vor allem dort entstehen, wo sie den größten Nutzen bringen. Eine klimaresiliente Stadt muss für alle Bürger:innen funktionieren. Dazu gehören ausreichend Sitzgelegenheiten im Schatten, öffentliche Trinkbrunnen sowie gut erreichbare Parks und Grünanlagen. Besonders ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Familien mit kleinen Kindern sind auf eine gut zugängliche, grüne und sichere Infrastruktur angewiesen. Maßnahmen zur Stadtentwicklung sollten insbesondere die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen, die unter den Folgen der Klimakrise am meisten leiden.
