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Sozial ge­recht durch die Klima­krise

Rekord­hitze im Juni: Neu­wieden­thal ist mit 39,4 Grad Hamburgs heißester Stadt­teil

Das Foto ist von einer Brücke mit Blick auf einen Kanal in der Speicherstadt ausgenommen. Auf der linken Seite stehen hellgrüne Bäume und auf der rechten Seite sind hohe Gebäude mit Rot-Klinker-Fassade.

Heiße Sommer, längere Trockenperioden und heftige Starkregen: Die Folgen des Klimawandels sind auch in Hamburg längst spürbar. Doch während manche Menschen sich mit einer gut gedämmten Wohnung, einer Klimaanlage oder einem schattigen Garten behelfen können, sind andere den Wetterbedingungen nahezu schutzlos ausgesetzt. Klimaschutz ist nicht nur eine Umweltfrage sondern auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Die Folgen des Klimawandels treffen vor allem Menschen, die gesundheitlich oder finanziell belastet sind. Ältere Menschen, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderungen, Familien mit kleinen Kindern und wohnungslose Personen leiden besonders unter lang anhaltender Hitze. Menschen mit geringem Einkommen sind ebenfalls stärker betroffen, da sie häufiger in dicht bebauten Vierteln mit wenig Grünfläche wohnen, in Wohnungen leben, die sich im Sommer stark aufheizen, und oft nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um sich wirksam vor Hitze zu schützen.

Klimaschutz braucht sozialen Ausgleich

Hamburg will bis 2040 klimaneutral werden. Dafür werden Gebäude saniert, die Energieversorgung umgestellt und der öffentliche Nahverkehr ausgebaut. Diese Maßnahmen sind notwendig, dürfen aber nicht dazu führen, dass Menschen mit geringem Einkommen finanziell zusätzlich belastet werden. Ein Beispiel sind energetische Gebäudesanierungen. Sie senken langfristig den Energieverbrauch und können Heizkosten reduzieren. Werden die Modernisierungskosten jedoch auf die Miete umgelegt, drohen steigende Wohnkosten. 

Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz

Die soziale Dimension des Klimawandels wird besonders beim Thema Hitze deutlich. Extreme Temperaturen belasten den Kreislauf und können gesundheitliche Notfälle auslösen. Für ältere oder pflegebedürftige Menschen kann eine Hitzewelle lebensbedrohlich werden. Der SoVD Hamburg fordert daher einen deutlichen Ausbau des Hitzeschutzes. Dazu gehören mehr Bäume und Grünflächen, schattige Aufenthaltsorte, entsiegelte Flächen sowie kühlere Quartiere. Solche Maßnahmen verbessern das Stadtklima und schützen besonders diejenigen, die den Folgen des Klimawandels am stärksten ausgesetzt sind.

Trinkwasser muss selbstverständlich sein

An heißen Tagen ist ausreichend Trinken lebenswichtig. Dennoch gibt es in Hamburg noch immer zu wenige öffentliche Trinkbrunnen. Der SoVD fordert deshalb ein flächendeckendes Netz kostenloser Trinkwasserangebote in allen Stadtteilen, nicht nur in touristisch attraktiven Vierteln, sondern besonders dort, wo viele ältere Menschen leben oder sozial benachteiligte Quartiere liegen. Kostenloses Trinkwasser ist keine Komfortleistung, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Soziale Klimapolitik verbessert den Alltag

Klimaschutz bedeutet nicht nur weniger CO₂. Er kann den Alltag vieler Menschen unmittelbar verbessern. Mehr Grünflächen sorgen für kühlere Straßen. Gut gedämmte Wohnungen senken den Energieverbrauch. Ein bezahlbarer und barrierefreier öffentlicher Nahverkehr erleichtert die Mobilität und stärkt die gesellschaftliche Teilhabe.

Der SoVD Hamburg fordert, Klimaschutz konsequent mit sozialer Gerechtigkeit zu verbinden. Dazu gehören:

  • bezahlbares Wohnen auch nach energetischen Sanierungen,
  • mehr Hitzeschutz durch Bäume, Grünflächen und entsiegelte Quartiere,
  • ein flächendeckendes Netz öffentlicher Trinkbrunnen,
  • ein bezahlbarer und barrierefreier öffentlicher Nahverkehr,
  • und vor allem eine soziale Klimapolitik, die Menschen mit geringem Einkommen, ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen besonders berücksichtigt.

Klimaschutz darf niemanden ausschließen. Eine soziale Klimapolitik schützt Gesundheit, sichert Teilhabe und sorgt dafür, dass die Folgen des Klimawandels gerecht bewältigt werden.

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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