Presse SoVD-Landesverband Hamburg

Stromsperren: Vor allem in Hartz-IV-Hauhalten geht das Licht aus

Die Antwort des Hamburger Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage (SKA) zum Thema Stromabschaltungen stimmt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD) nachdenklich, denn die Zahl der Sperren ist nach wie vor auf hohem Niveau.

Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender SoVD Hamburg, macht sich große Sorgen um die Menschen, die ihre Strom- und Gasrechnung nicht mehr bezahlen können: „Solche Stromabschaltungen haben große Auswirkungen auf das tägliche Leben. Der Kühlschrank läuft nicht mehr, es kann nicht gekocht werden, elektrische Geräte und die Heizung funktioniert nicht. Jeder Mensch in unserer Stadt, auch wenn er von Hartz IV oder Grundsicherung leben muss, hat das Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Damit ist es nicht weit her, wenn man noch nicht mal mehr das Licht einschalten kann.“ Besonders hart ist es für Familien mit Kindern und solche, die verschuldet sind.

„Diese Menschen brauchen unsere Unterstützung. Wenn wir ihnen nicht helfen, macht sich unsere Gesellschaft mitschuldig daran, dass sie ihre Wohnung und damit einen wichtigen Halt verlieren.“ Für diejenigen, die sowieso nicht viel haben, sei es besonders schwer, aus dem finanziellen Würgegriff wieder heraus zu kommen, so Wicher weiter. „Nicht nur, dass sie ihre Rechnung begleichen müssen, obendrauf kommen ja noch die Zahlungen für die Sperrung und den Wiederanschluss.“

Der Hamburger SoVD-Chef fordert deshalb erneut, konstruktiv zu helfen.: „Im Hartz-IV-Regelsatz sind 33 Euro für Stromkosten eingeplant. Dieses Geld ist schnell verbraucht, vor allem wenn über Strom geheizt und Wasser erwärmt wird. Diese Personengruppe braucht einen Sozialtarif, der sicherstellt, dass in keinem Hartz-IV-Haushalt das Licht ausgeht oder die Heizung kalt bleibt.“

Auch fehlen aus seiner Sicht die richtigen Hilfsangebote: „Die Betroffenen sollten bei der Behörde Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner haben, die ihnen sofort und unbürokratisch helfen. Eine Clearingstelle könnte dafür sorgen, dass der Strom weiterbezahlt wird und gleichzeitig den Menschen Hilfestellung geben, wie sie aus ihrer Misere kommen.“ Ein großes Problem sei, so Wicher, dass viele gar nicht wüssten, welche Hilfen ihnen als ALG-II-Bezieher zuständen: „Da sollte man in den Jobcentern endlich mal anfangen, eine gute Beratung abzuliefern. Wichtig wäre auch, wenn Stromversorger, Jobcenter und Sozialbehörde besser kooperieren würden.“


Hintergrund: Immer noch gibt es viel zu viele Menschen in Hamburg, die ihre Strom- und Gasrechnung nicht bezahlen können und die deswegen früher oder später im Dunkeln sitzen. Immer noch liegt die Zahl der Betroffenen auf einem hohen Niveau: Seit Oktober letzten Jahres wurde in mehr als 8.100 Haushalten der Strom gesperrt, seit Jahresbeginn 2018 ging schon in über 5.800 Hamburger Wohnungen das Licht aus. Dies verlautete der Hamburger Senat auf eine Schriftliche Kleine Anfrage (SKA) der LINKEN.