Schnee und Eis haben in den vergangenen Tagen deutlich gemacht, wie schnell mobilitätseingeschränkte Menschen in Hamburg vom öffentlichen Leben ausgeschlossen sind. Der SoVD Hamburg fordert grundlegende Verbesserungen für Menschen mit Behinderung sowie Senior:innen.
Das Winterwetter mit Schnee und Eis zeigt, wie schnell mobilitätseingeschränkte Menschen in Hamburg vom öffentlichen Leben abgeschnitten sind. Wer auf Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfen angewiesen ist, verlässt bei glatten Gehwegen und ungeräumten Flächen kaum noch das Haus. Für den Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg ist das ein unhaltbarer Zustand – und ein weiteres Zeichen dafür, dass die Mobilität in der Stadt grundsätzlich verbessert werden muss.
„Mit Rollstuhl oder Rollator durch Schnee und Eis zu kommen, ist kein Vergnügen – und für viele schlicht unmöglich“, sagt Klaus Wicher, Landesvorsitzender SoVD Hamburg. „Was wir in diesem Winter erleben, macht deutlich: Hamburg ist noch lange keine barrierefreie, altersfreundliche Stadt.“
Problematisch ist die Situation zum Beispiel bei notwendigen Arztbesuchen. Wer aus gesundheitlichen Gründen auf das Auto angewiesen ist, steht häufig vor kaum lösbaren Problemen: hohe Parkgebühren, fehlende Parkplätze und Arztpraxen ohne ausreichende eigene Stellflächen. „Viele Menschen können sich diese Kosten schlicht nicht leisten – schon gar nicht regelmäßig“, so Wicher. Der SoVD Hamburg fordert daher Ausnahmeregelungen für notwendige Arztbesuche, etwa in Form eines ärztlichen Vordrucks, der sichtbar im Auto ausgelegt werden kann und zeitlich begrenztes kostenfreies Parken ermöglicht.
Auch der öffentliche Nahverkehr ist für viele Betroffene keine Alternative. „Kein Ticketverkauf mehr im Bus, oft kein Sitzplatz, Haltestellen mehrere hundert Meter vom Ziel entfernt und vereiste Zuwege – für mobilitätseingeschränkte Menschen ist das häufig nicht zu bewältigen“, kritisiert Wicher. „Für Bahnstationen gilt dasselbe. Unter dem Anspruch einer Age-friendly City verstehe ich etwas anderes.“
Der SoVD Hamburg fordert deshalb eine grundsätzliche Verbesserung der Mobilität für Menschen mit Behinderung und eingeschränkter Mobilität – ganzjährig und nicht nur bei Extremwetter. Dazu gehören barrierefreie Wege, erreichbare Haltestellen, bezahlbare Tickets und praktikable Lösungen für unvermeidbare Autofahrten.
„Mobilität ist eine Voraussetzung für Teilhabe“, betont Klaus Wicher. „Wenn Menschen wegen baulicher, finanzieller oder organisatorischer Hürden zu Hause bleiben müssen, läuft etwas grundlegend falsch.“ Der SoVD Hamburg ist zum Thema Mobilität gesprächsbereit.
