Besonders besorgniserregend ist, dass die Grundsicherung lediglich das Existenzminimum sichert. Steigende Mieten, hohe Energiekosten und die allgemeinen Preissteigerungen treffen ältere Menschen mit kleinen Renten besonders hart. Viele Betroffene verzichten aus finanziellen Gründen auf gesellschaftliche Teilhabe, Kulturangebote oder notwendige Anschaffungen. „Altersarmut bedeutet weit mehr als ein knappes Budget. Sie führt häufig zu sozialer Isolation, schränkt die Gesundheit ein und nimmt vielen Menschen die Möglichkeit, ihren Lebensabend in Würde zu gestalten. Gerade in einer Stadt mit so hohen Wohnkosten und fehlenden Sozialwohnungen geraten immer mehr Rentner:innen unter Druck“, so Peters.
Der SoVD Hamburg weist zudem darauf hin, dass viele Anspruchsberechtigte aus Scham oder Unkenntnis keine Grundsicherung beantragen. Die tatsächliche Zahl älterer Menschen, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind, dürfte daher noch deutlich höher liegen. „Hamburg ist eine wohlhabende Stadt. Umso weniger dürfen wir akzeptieren, dass immer mehr ältere Menschen auf Grundsicherung angewiesen sind“, meint Peters. „Altersarmut ist kein persönliches Versagen, sondern die Folge unzureichender sozialer Absicherung und wachsender Ungleichheit. Politik muss dafür sorgen, dass Menschen nach einem langen Arbeitsleben in Würde und finanzieller Sicherheit leben können – nicht nur am Existenzminimum.“
Der SoVD Hamburg fordert deshalb, die gesetzliche Rente dauerhaft zu stärken und das Rentenniveau armutsfest auszugestalten. Gleichzeitig dürfen Leistungen wie das Wohngeld nicht gekürzt werden. Gerade in Hamburg sind hohe Mieten einer der größten Armutstreiber im Alter. Deshalb muss der Bau bezahlbarer Wohnungen weiter vorangetrieben und das Wohngeld als wichtige Unterstützung erhalten bleiben. Die Finanzierung des Sozialstaats muss zudem gerechter gestaltet werden. Aus Sicht des SoVD Hamburg sind große Vermögen und sehr hohe Einkommen stärker an der Finanzierung des Gemeinwesens zu beteiligen.