Die Sorge um den Fortbestand einer funktionierenden Kinder- und Jugendhilfe in Hamburg ist derzeit groß: „Die Stadt hat sich immer noch nicht dazu geäußert, ob sie Fördermittel und Finanzierungen für Projekte anpasst oder vielleicht doch an der einen oder anderen Stelle einspart. Ein Ja zu Kürzungen in diesem Bereich wäre allerdings kontraproduktiv“, warnt Klaus Wicher. Stattdessen sollte der Senat gerade den jungen Menschen bessere Angebote machen: „Das wäre gut angelegtes Geld und böte ihnen mehr Chancen auf eine gute Zukunft!“
Von Pädagog:innen und Betreuer:innen höre er immer öfter Klagen, dass die Kosten gestiegen, die Finanzierungsrahmen der Projekte in der Kinder- und Jugendhilfe aber gleichgeblieben seien: „Viele Projekte müssen immer wieder weiterbeantragt werden, da muss es mehr langfristige und verlässliche Zusicherungen geben“, formuliert Wicher. Geändert habe sich auch der Bedarf: „Budgets in der Kinder- und Jugendarbeit werden neuerdings auch durch die inflationsbedingten Mehrkosten für Lebensmittel zusätzlich strapaziert. Denn in die Einrichtungen und Angebote kommen immer mehr Kinder, die hungrig sind, weil es offenbar zuhause zu wenig zu essen gibt. Die Finanzierung von Projekten muss diesem geänderten Bedarf angepasst werden. Es geht inzwischen nicht nur um gute Angebote, sondern immer mehr auch um eine grundsätzliche Versorgung.“
Statt in der Kinder- und Jugendarbeit über noch mehr Kürzungen nachzudenken, sollte sich die Stadt gerade für junge Menschen engagieren, die schlechtere Startbedingungen hätten, weil sie in armen Familien aufwachsen: „Alle jungen Menschen benötigen Unterstützung, Förderung und Stärkung. Wer das zuhause nicht erfährt, braucht Orte, wo es Menschen gibt, die das leisten können. Jedes Angebot in der Kinder- und Jugendarbeit ist also eine gute Investition in bessere Perspektiven. Sie helfen Benachteiligten dabei, später selbstbestimmt zu arbeiten und zu leben. Nur so werden sie der Gesellschaft etwas zurückgeben können. Hamburg täte gut daran, dies anzuerkennen und von weiteren Kürzungen in der Kinder- und Jugendarbeit abzusehen!“
