„Immer mehr Menschen in Hamburg, genau sind es 84,6 Prozent, glauben nicht, dass ihre Altersrente ausreichend sein wird. Sie trauen dem Staat damit immer weniger Kompetenzen zu. Die Politik in Hamburg muss ihnen signalisieren, dass die Stadt nach dem Ende des Berufslebens an ihrer Seite bleibt. Hamburg täte gut daran, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen“, fordert Klaus Wicher, SoVD-Landesvorsitzender.
In Hamburg kann nur etwa die Hälfte der Menschen entspannt für die Rente privat vorsorgen. 53,4 Prozent sagen, dass ihr Einkommen nicht ausreicht, um Rücklagen zu bilden. Dies ergab eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey, die der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Auftrag gegeben hatte.
Etwa jede:r zweite Hamburger:in muss wahrscheinlich von so einer kleinen Rente leben, dass es so gerade reicht: „Hier frage ich die Politik: Wie soll man zusätzlich private Vorsorge betreiben, wenn der finanzielle Spielraum nicht vorhanden ist?“. Private und betriebliche Vorsorge dürften maximal als eine zusätzliche Absicherung angesehen werden. Wer nicht vorsorgen könne, müsse trotzdem eine Rente haben, die Teilhabe und Teilnahme an der Gesellschaft ermögliche.
Für Klaus Wicher ist die Rente existenziell für die Altersabsicherung: „Sie sorgt für Stabilität und steht für Verlässlichkeit und Solidarität unserer Gesellschaft. Sie braucht eine Auffrischungskur, aber grundsätzlich kann sie nicht infrage gestellt werden“, sagt Wicher. Der SoVD-Landesvorsitzende fordert darum ein klares Bekenntnis zur gesetzlichen Rente. „Hier sprach sich eine überraschend große Mehrheit für eine Erwerbstätigenversicherung aus, nämlich 84,2 Prozent, in die alle einzahlen – auch Selbstständige und Beamt:innen“. Zusätzlich müssten Besserverdienende höher besteuert werden.
