Klaus Wicher, SoVD-Landesvorsitzender, sieht sich durch den neuesten Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes in seiner wachsenden Sorge um die Ärmsten in der Stadt bestätigt: „Im Ländervergleich liegt Hamburg auf dem drittletzten Platz, hinter Bremen und Sachsen-Anhalt. Fast jede:r Fünfte hier ist damit konfrontiert. Vor allem bei den Senior:innen nehmen die Zahlen stark zu. Es ist ganz klar abzusehen: Wenn die Stadt hier die Unterstützung herunterfährt, wird die Verelendung zunehmen!“
Leben in Hamburg – das muss man sich leisten können! Für immer mehr Menschen wird das zur Herausforderung: Die Armutsquote in der Hansestadt lag im Jahr 2025 bei 18,9 Prozent, ein Anstieg zum Vorjahr um knapp drei Prozent.
Fast jede:r Fünfte schafft das nur schwer. Wohnen, Leben, Einkaufen, ÖPNV – in Hamburg kostet das alles ein gutes Stück mehr als anderswo. „Teilhabe, das ist auch die Tasse Kaffee beim Bäcker, ein Kinobesuch, oder auch eine Woche Urlaub, ist für diese Menschen absolut nicht drin“, erklärt der SoVD-Landesvorsitzender.
Er hat vor allem die Jungen und die Alten im Blick, die den Großteil der Betroffenen ausmachen: „43.000 Menschen leben von Grundsicherung im Alter, davon sind mehr als die Hälfte Frauen. Dann müssen sich über ein Viertel (27,8 Prozent) der unter 18-Jährigen und sogar rund 34,7 Prozent der jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre) mit dem Thema Armut auseinandersetzen. Das sind in absoluten Zahlen etwa 65.000 Kinder und Jugendliche und nochmal bis zu 30.000 Jungerwachsene zwischen 18 und 25 Jahren, die einen sehr schlechten Start in ein selbstständiges Leben haben“, moniert Wicher.
Er fordert: „Wer von Armut bedroht wird, ist nicht mehr allein handlungsfähig. Viele Türen bleiben den Betroffenen verschlossen, weil ihnen das Geld fehlt. Hier kann die Stadt besser helfen. Für die Jüngeren wäre eine Unterstützung in Ausbildung und Studium denkbar. Viele wären schon dankbar, wenn sie bezahlbaren Wohnraum finden würden. Weiterhin könnte ein Elterngeld vor allem Alleinerziehenden helfen. Für alle Senior:innen wären zentrale Anlaufstellen in den Quartieren ein Angebot, das Information, Beratung, Unterstützung und Freizeitaktivitäten unter einem Dach vereinen könnte."
