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Wohnraum für Flüchtlinge

Büro-Eigentum verpflichtet: „Wenn 1,2 Millionen Quadratmeter Bürofläche leerstehen, muss kein Flüchtling draußen übernachten“, sagt der Landeschef des Hamburger Sozialverbandes SoVD Klaus Wicher.

„Nachdem jetzt die ersten Flüchtlinge unter freiem Himmel übernachten musste, ist der Senat gut beraten, die soziale Verpflichtung von Wohneigentum einzufordern. Wir begrüßen daher, dass Innensenator Michael Neumann das Beschlagnahmegesetz angewandt hat“, sagt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender des SoVD Hamburg. Der SoVD tritt für eine humanitäre Unterbringung der Flüchtlinge ein: Es seien Mindeststandards in der sanitären Versorgung und wohnlichen Gestaltung etwa durch Trennwände einzuhalten. Wicher: „Es ist damit zu rechnen, dass viele Familienangehöre den jetzt angekommenen Flüchtlingen folgen. Das sind oft Kinder und Ehefrauen. Damit müssen wir noch mehr auf ethnische Besonderheiten Rücksicht nehmen, um Konflikte zu vermeiden. Eine Massenunterbringung wie im ehemaligen Max Bahr Baumarkt in Bergedorf ist unhaltbar. Wir stimmen Til Schweiger zu, der sagt: Ich würde gerne mal sehen, was passiert, wenn man 1.000 Deutsche ohne Aufgabe auf engem Raum zusammensperrt.“

Angesichts des Zuzuges wird sich,  so der SoVD, die Wohnungsnot für alle in Hamburg lebenden Menschen verschärfen. Wicher: „Die Zahl der Sozialwohnungen geht zurück. Der SoVD fordert schon seit langem 6.000 neue Wohnungen pro Jahr, um ein Regulativ zum freien Wohnungsmarkt  zu schaffen. Dabei dürften sich auch leere Glaspaläste mit Büros weniger rechnen als vermieteter Wohnraum“. Wicher verweist auf eine Studie zum „Re-Development“, zu Umwandlung von Büros in Wohnraum. Denn: In Hamburg stehen 1,2 Millionen Quadratmeter Büroflächen leer. Zudem gebe das Hamburger Wohnraumschutzgesetz dem Senat Handlungsmöglichkeiten: Eigentümer müssen Leerstand melden, der mindestens drei Monate dauert. Behörden können eine Zwischennutzung oder Zwangsvermietung oder Bußgeld verfügen. 

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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