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Winter­not­pro­gramm: Unter­bringung für Ob­dach­lose braucht Neu­auf­stellung!

Eine Person hält ein kleines, aus Pappe ausgeschnittenes Symbol in Form eines Hauses in ihren Händen. Die Hände tragen fingerlose Handschuhe, die auf Kälte und möglicherweise Wohnungslosigkeit hinweisen. Die Kleidung wirkt abgenutzt. Das Licht fällt warm von der Seite ein und beleuchtet das Haus-Symbol.

Der Tod eines obdachlosen Mannes, der vor wenigen Tagen auf offener Straße auf der Lombardsbrücke erfroren ist, hätte aus Sicht Klaus Wichers, SoVD-Landesvorsitzender, verhindert werden müssen: „Dieser Fall zeigt – das Winternotprogramm muss verbessert werden. Dazu gehören auf jeden Fall durchgehende Öffnungszeiten und eine verbesserte Unterbringung mit Verpflegung!“

Trotz Kälte von bis zu minus 12 Grad hatte es der 59-jährige Obdachlose vorgezogen, nicht in eine Unterkunft aus dem Winternotprogramm zu gehen, sondern in einem Zelt auf der Lombardsbrücke zu übernachten: „Ich finde es sehr tragisch, dass die Hilfe, die die Stadt diesen Menschen zukommen lässt, viele offensichtlich gar nicht erreicht. Immer wieder hören wir, dass nicht nur Frauen, sondern auch viele Männer im Winter nicht in die Sammelunterkunft gehen wollen. Sie fühlen sich dort nicht sicher, weil die Atmosphäre von Alkohol und Gewalt geprägt ist, viele haben auch Angst vor Diebstahl ihrer wenigen Habseligkeiten. Es kann aber nicht sein, dass es für diese Menschen eine Alternative ist, in eisiger Kälte auf der Straße zu schlafen und zu riskieren, dabei zu erfrieren.“

Wicher fordert von der zuständigen Sozialsenatorin beim Thema Obdachlosigkeit genauer hinzusehen: „Es gibt sehr unterschiedliche Ursachen von Obdachlosigkeit. Es gibt aber auch genauso viele Lösungsansätze, um die Betroffenen zu erreichen. Ich denke da an mehr Housing-First Angebote, auch für jüngere Menschen, die auf der Straße leben. Frauen, die auf der Straße leben, wollen ebenfalls in den wenigsten Fällen in den großen Sammelunterkünften oder Wärmestuben übernachten. Weiterhin braucht Hamburg mehr Straßensozialarbeit – für kurzfristige Hilfen, Wohnungen und langfristig neuen Perspektiven auf ein Dach über dem Kopf!“

Insgesamt sollte Sozialsenatorin Schlotzauer das Thema neu bewerten: „Diese Idee, viele Menschen an einem Ort eine Übernachtungsmöglichkeit anzubieten, stammt aus meiner Sicht aus alten Zeiten, wo Obdachlosigkeit vor allem männlich geprägt war. Diese Sicht auf das Thema ist meiner Meinung nach stark veraltet und nicht mehr zeitgemäß!“

 

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem rund 28.000 Mitglieder organisiert sind. Damit ist der SoVD die größte sozialpolitische Interessenvertretung in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung.

Presse-Material

 

Kontakt
Susanne Rahlf
Pressesprecherin
Telefon: 0151 445 456 93
E-Mail: presse@sovd-hh.de

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