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Weltgesundheitstag 2023

Gesundheit für alle in den Stadtteilen

„Gesundheit für alle“ lautet das Motto des diesjährigen Weltgesundheitstages, der jedes Jahr am 7. April begangen wird und an die Gründung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1948 erinnert. Doch davon ist selbst eine reiche Stadt wie Hamburg noch ein ganzes Stück entfernt. „Die Hambur-ger:innen gelten laut Barmer Morbiditäts- und Sozialatlas bundesweit als am gesündesten, doch die Chance auf eine gute Gesundheit für alle ist auch hier nach wie vor nicht flächendeckend gegeben“, sagt Klaus Wicher, Landesvorsitzender des Sozialverbands Hamburg (SoVD). „Deshalb muss die Politik weitere Anstrengungen unternehmen, um den Unterschied in der Gesundheitsversorgung in den Stadt-teilen weiter zu minimieren.“

Armut ist ein hohes Gesundheitsrisiko. Das belegen diverse Studien sowie Datenerhebungen wie der Morbiditäts- und Sozialatlas. Oft scheitert es am notwendigen Wissen oder schlicht an einem gut erreichbaren medizinischen Versorgungsangebot vor Ort. „Die Angebote von medizinischer Versorgung und sozialer Beratung müssen niedrigschwellig sein und Hand in Hand gehen, um die Menschen auch in sozial prekären Stadtteilen zu erreichen“, meint Wicher. „Dazu gehört eine gute Erreichbarkeit, kurze Wartezeiten, ein Angebot an Sprachmittlung sowie interdisziplinäre Wissensvermittlung.“ Gute Beispiele wie die Poliklinik auf der Veddel funktionierten mit ihrem umfangreichen Personalangebot an Ärzt:innen, Sozialpädagog:innen und Gesundheitswissenschaftler:innen wie ein interdisziplinäres Gesundheitszentrum. „Das Modell ist erfolgreich, weil es ganzheitlich auf die Menschen zugeht, die hier Hilfe suchen“, meint Wicher.

Solche Gesundheitszentren oder kommunale Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sollten in allen Stadtteilen mit sozialen Problemlagen installiert werden. „Stadtteile mit einer großen Zahl an armen Menschen sind für Praxen nicht attraktiv, deshalb fehlt es hier massiv an Ärzt:innen aller Disziplinen“, weiß Wicher. „Das Problem der Verteilung ist lange bekannt, aber nicht gelöst. Arbeitslose Menschen, Grundsicherungsempfänger:innen, Jugendliche ohne Schulabschluss oder Menschen mit Sprachmittlungsbedarf haben jedoch ebenso ein Recht auf Gesundheit wie alle anderen.“

Die Stadt müsse deshalb weitere Anstrengungen unternehmen, um dem Motto „Gesundheit für alle“ gerecht zu werden und sich aktiv für eine bessere Gesundheitsversorgung einsetzen. „Wenn einige Krankenkassen Angebote wie den Gesundheitskiosk Billstedt/Horn derzeit nicht mehr finanzieren und ihre Versicherten dort abgewiesen werden müssen, ist das ein Armutszeugnis für Hamburg“, findet Wicher. Hier müsse die Politik schnell Lösungen finden und nicht auf Berlin warten.


Kontakt
Nicola Timpe
Pressesprecherin
Telefon 040 611 607 42
Mobil 0151 445 456 93
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