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Vorsorge: Alle Kinder brauchen eine gute Zahn­pro­phylaxe

Auf dem Bild sind sechs fröhliche Kinder zu sehen, die eng beieinander stehen und in die Kamera lächeln. Sie befinden sich auf einem Spielplatz im Freien. Die Kinder tragen verschiedene farbenfrohe Kleidung. Im Hintergrund ist eine Holzkonstruktion zu erkennen.

Klaus Wicher fordert für Hamburgs Kleinkinder mehr Unterstützung in Sachen „Gute Zähne“: „Der Kampf gegen Karies beginnt mit dem ersten Milchzahn. Alle Kinder in der Stadt sollten Zugang zu guter Prophylaxe haben. Daran mangelt es leider. In sozial schwächeren Bezirken gibt es deutlich mehr Kinder, die schon in jungen Jahren die erste Karies haben.“

Strahlende Zähne stehen in unserer Gesellschaft für Erfolg und Stärke. Eine gute Zahnhygiene, regelmäßige Kontrollen, aber auch eine möglichst zuckerarme Ernährung sind die Basis für lebenslang gute Zähne. „Für Menschen mit wenig Einkommen, ist dies alles schwerer zu bewerkstelligen. Sie haben nicht das nötige Problembewusstsein und weniger Zeit, ihren Kindern das Zähneputzen anzugewöhnen. Damit sorgen sie, ohne dies zu wollen, für eine Benachteiligung ihrer Kinder. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen kariösen Zähnen und Armut“, weiß Wicher. Er will bei den Kleinsten ansetzen. „Die knapp 78.000 Kita-Kinder zwischen null und sechs Jahren werden einmal im Jahr von Zahnärzt:innen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) durchgecheckt und das Putzen trainiert. Die zahnärztlichen Intervalle sollten verstärkt werden, weiterhin sollten Eltern noch besser zu Zucker in Getränken und Lebensmitteln geschult werden.“ 

Deutlich im Nachteil seien Kinder, die bis zur Einschulung zuhause betreut werden: „Ein Teil der etwa 36.000 kleinen Kinder bis sechs Jahren nimmt in der Grundschule zum ersten Mal an einer zahnärztlichen Kontrolle teil, manche von ihnen müssen dann direkt schmerzhafte Erfahrungen bei Zahnarzt oder -ärztin machen. Diese Kinder und ihre Eltern sollten zahngesundheitlich engmaschiger in den ersten Jahren begleitet werden, hier denke ich an Kinderärzt:innen sowie an Erziehungshelfer:innen. Denn gut gepflegte Zähne sparen unserem Gesundheitssystem später viel Geld ein.“

Wicher begründet seine Forderung mit einer Studie zur Zahngesundheit von Grundschulkindern vom März dieses Jahres: So hatten im Schuljahr 2023/24 im Bezirk Mitte 33,2 Prozent der Erstklässler Behandlungsbedarf, Harburg folgte knapp dahinter mit 32,2 Prozent. Im Bezirk Nord lag der Anteil bei 11,8 Prozent: „Dreimal so hohe Zahlen weisen klar darauf hin, Kinder aus armen Familien müssen von der Stadt dringend besser zahnärztlich betreut werden!“ 

 

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem rund 28.000 Mitglieder organisiert sind. Damit ist der SoVD die größte sozialpolitische Interessenvertretung in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung.

Presse-Material

 

Kontakt
Susanne Rahlf
Pressesprecherin
Telefon: 0151 445 456 93
E-Mail: presse@sovd-hh.de

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