Die Hamburger:innen entscheiden Ende Mai, ob die Stadt ins Rennen um die Austragung der Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 gehen will: „Offenbar ist der Senat gewillt, sich die Spiele zu leisten – das darf allerdings keinesfalls zulasten sozialer Angebote und Ausgaben gehen. Ganz im Gegenteil, Hamburg sollte langfristig planen, damit möglichst viele in der Stadt im Nachgang davon profitieren können“, mahnt Klaus Wicher, SoVD-Landesvorsitzender.
Eine Bewerbung Hamburgs zusammen mit Partnerstädten, sowohl für die Olympischen als auch für die Paralympischen Spiele, hat weitreichende Folgen für die Bevölkerung und für die Finanzen der Stadt, in schwieriger werdenden Zeiten, meint Wicher: „Es muss darum unbedingt sichergestellt werden, dass die Stadt keine Defizite tragen muss, die dann eventuell zu Lasten sozialer Angebote und Ausgaben und allgemeinen Leistungen der Hansestadt gehen!“ Politik und Senat sollten zuvorderst klären, welche Auswirkungen die Ausrichtung der Spiele auf benachteiligte Menschen habe: „Wir verzeichnen seit Langem eine erschreckend hohe Zahl Menschen, die in Armut leben müssen. Ein Fünftel der Erwachsenen und sogar ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen gelten als arm. Auch sind immer mehr Rentner:innen betroffen, die nach einem langen Arbeitsleben den Weg in die Armut antreten müssen.“
Die Stadt habe dieser Entwicklung bisher nicht genügend entgegengesetzt. So kritisiert der SoVD-Landesvorsitzender, dass es bisher kein Grundsatzkonzept gegen steigende Armut in der Stadt gebe: „Es ist eindeutig, dass die Stadt bei Ausrichtung der Spiele große Anstrengungen und Mittel einsetzen muss. Diese dürfen auf keinen Fall durch Streichung von sozialen Angeboten generiert werden. Im Gegenteil, Olympische Spiele in Hamburg sollten langfristig und nachhaltig geplant werden, mit Blick auf eine sozial gerechtere Stadt in der Zukunft.“ Dazu gehöre, sicherzustellen, dass gerade benachteiligten Menschen niedrigschwellige Möglichkeiten der Teilhabe an den Spielen angeboten werden: „Ich warne den Senat davor, Maßnahmen für mehr soziale Gerechtigkeit und Teilhabe aus dem Fokus zu nehmen! Sie dürfen nicht zugunsten der Finanzierung der Spiele reduzieret werden!“
