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Ver­waltung: Personal­mangel trifft Arme am härtesten!

In einem modernen, hellen Bürogebäude stehen drei Personen an einem Empfangstresen. Eine Frau mit lockigem Haar und Brille steht hinter dem Tresen und lächelt freundlich. Vor dem Tresen stehen ein Mann und eine Frau, die beide ebenfalls lächeln. Im Hintergrund sind weitere Personen zu sehen, die sich in der offenen und gut beleuchteten Umgebung bewegen. Pflanzen und moderne Möbel tragen zur angenehmen Atmosphäre bei.

Die eklatante Personallücke in den Hamburger Bezirksämtern kann Klaus Wicher nur noch mit Kopfschütteln quittieren: „Diese Entwicklung ist seit Jahren absehbar. Außer Absichtserklärungen hat die Stadt nichts dazu beigetragen, dass sich die Lage verbessert. So überzeugt man keine Wähler:innen davon, dass man die Probleme in der Stadt sieht und ernstnimmt!“

Mehr als jede zehnte Stelle nicht besetzt, fast anderthalbtausend Überlastungsanzeigen von denen, die nach wie vor bei der Stange bleiben – die personelle Entwicklung in den Hamburger Ämtern erzeugt bei den Menschen in der Stadt Angst, Wut und großen Frust: „Auffällig ist, dass der Engpass, beispielsweise in der Finanzbehörde, noch überschaubar ist, dass andere Bereiche in ihrer Arbeit dagegen schwer eingeschränkt sind. Das sehe ich vor allem im Bereich Soziales!“, hält Wicher fest. Dies sei für diejenigen, die dringend auf die Bewilligung von Anträgen angewiesen seien, äußerst belastend: „Wenn die Kapazitäten fehlen, verlieren die Menschen das Vertrauen in die Verwaltung. Für sie selbst bedeutet es Ungewissheit und Einschränkung, denn oft geht es um unterstützende Leistungen, auf die oft auch Kinder, Jugendliche und ganze Familien warten müssen. Dieser Mangel trifft arme Menschen am härtesten!“

Die schleppende Bearbeitung an entscheidenden Stellen könnte existenziell für die Betroffenen werden, warnt Wicher: „In Hamburg ist im vergangenen Jahr 6613 Mal Menschen der Strom abgeschaltet worden, weil sie ihre Rechnung nicht mehr bezahlen konnten. Vor allem arme Hamburger:innen haben wenig Möglichkeiten, Beträge vorzuschießen, weil Anträge in der Verwaltung nur schleppend bearbeitet werden können!“ Auf die angespannte Lage müsse der Senat flexibel reagieren: „Die teils sehr komplizierten Anträge sollten verschlankt werden. Lange Wartezeiten bei sozialen Fragestellungen kann man mit Vorschüssen kompensieren. Grundsätzlich bedarf es möglichst schnell eines bezirksübergreifenden Stellenplans, Jobs in der Verwaltung müssen attraktiver werden, dazu gehört wahrscheinlich auch eine bessere Bezahlung. Für die Zukunft empfehle ich der Stadt den Aufbau eines Stellenpools, auftretende Vakanzen schnell ausgleicht“.

 

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem rund 28.000 Mitglieder organisiert sind. Damit ist der SoVD die größte sozialpolitische Interessenvertretung in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung.

Presse-Material

 

Kontakt
Susanne Rahlf
Pressesprecherin
Telefon: 0151 445 456 93
E-Mail: presse@sovd-hh.de

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