Die ankündigte Schließung des nächsten Pflegeheims in Hamburg sollte der Senat sehr ernst nehmen, meint Klaus Wicher, SoVD-Landesvorsitzender: „Die Caritas begründet dies mit einer teuren Sanierung und Mangel an Fachpersonal. Fehlende Heimplätze werden uns aber schon bald auf die Füße fallen, denn der Bedarf steigt. Langfristig sollte die Wohn- und Pflegeaufsicht stärker eingebunden werden.“
„Ich bin bestürzt darüber, dass knapp 60 alte, pflegebedürftige Menschen, in ihrem Zustand umziehen müssen“, sagt Wicher. Für ihn ist nicht nachvollziehbar, was zum Aus des Malteserstifts St. Theresien in Altona geführt hat: „Möglicherweise wurden zu wenig Rücklagen gebildet. Die Kontrollen, aber auch die Unterstützung von Pflegeheimen muss darum engmaschiger erfolgen, um Schließungen zu verhindern.“
Der SoVD-Landeschef vermutet, dass es im Vorwege zu wenig Transparenz zwischen den Beteiligten gegeben haben könnte: „Der städtische Betreiber Pflegen & Wohnen hätte dann Plätze übernehmen oder auch rechtzeitig ein Übernahmeangebot abgeben können – dies wurde offenbar versäumt.“ Ebenso eklatant sei, dass der Mangel an Fachkräften nicht behoben werden konnte: „Pflegepersonal ist seit Jahren Mangelware. Pflege braucht darum unbedingt eine gesellschaftliche Aufwertung: Dazu gehören eine gute Ausbildung, mehr Fachkräfte aus dem Ausland und eine leichtere Anerkennung von Qualifikationen, sowie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. All das könnte spürbar helfen.“ Weiterhin müsse sich Hamburg auf einen wachsenden Bedarf vorbereiten, und darum Pflegen & Wohnen sein Angebot deutlich ausweiten. Insgesamt müssten die Kosten für den Heimplatz genau angeschaut werden, sagt Wicher: „Die Investitionskosten könnte die Stadt übernehmen!“
Ein Platz im Pflegeheim kostet in Hamburg im Schnitt knapp 3179 Euro, darin sind 574 Euro für Investitionskosten eingerechnet. Der SoVD Hamburg fordert schon seit Jahren die Übernahme dieser Kosten durch die Stadt.
