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Straßenverkehr in Hamburg: E-Roller müssen raus aus der Innenstadt!

„Eigentlich müssen E-Roller ganz aus dem Straßenbild verschwinden!“ Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg, sieht in den schnellen Scootern inzwischen eine so große Gefahr, dass er sie am liebsten abschaffen würde. Er fordert den Hamburger Senat dringend dazu auf, sich im Bund für eine modifizierte Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung einzusetzen. Dies würde der Stadt die Möglichkeit geben, den Kampf gegen den E-Roller-Wildwuchs konkret anzugehen.

Bereits vor Wochen hat der Hamburger SoVD-Chef moniert, dass E-Roller auf Hamburgs Straßen immer mehr für Unsicherheit sorgen: „Wild in der Gegend abgestellte Scooter behindern Menschen mit Bewegungseinschränkung, für Menschen mit einer Sehbehinderung werden sie regelrecht zu Stolperfallen. Rasende Roller verunsichern alle Fußgänger*innen, für die durch den vermehrten Bau von Fahrradstraßen sowieso alles gerade immer unübersichtlicher wird.“

Hinzu käme, dass die Roller relativ schnell seien. Vor allem jüngere Menschen benutzen sie oft als Spaßmobile und wären teilweise rücksichtlos und sehr risikofreudig im Straßenverkehr unterwegs: „Das verunsichert nicht nur die Fußgänger*innen, sondern macht auch wütend. Dieses Verhalten polarisiert und führt dazu, dass es nicht mehr Miteinander, sondern mehr Gegeneinander auf Hamburgs Straßen gibt.“

Sein Vorschlag: „Schauen wir uns etwas von den Erfahrungen ab, die andere schon gemacht haben. In Kopenhagen oder auch in Oslo sind die E-Roller beispielsweise wieder aus den Innenstädten verbannt worden, weil es dort so viele Unfälle gab und sich die Beschwerden häuften. Außerdem gibt es dort jetzt ein Nachtfahrverbot.“

Wicher zweifelt grundsätzlich an der Sinnhaftigkeit von E-Rollern: „Nur eine von vier E-Roller-Fahrten dient dazu, den Arbeitsweg klimaneutraler zu bewältigen. Dass sie inzwischen mehr Spaßmobile als alles andere sind, ist also kontraproduktiv. Abgesehen davon gehe ich mal nicht davon aus, dass die Akkus mit Ökostrom geladen werden. Stattdessen sollte die Stadt auf andere Sharing-Dienste wie etwa Carsharing-Angebote oder Leihfahrräder setzen, die keine vergleichbaren Konflikte auf öffentlichen Wegen verursachen. Aus meiner Sicht sind E-Roller total überflüssig und sollten aus dem Straßenbild verschwinden!“

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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