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Stadt muss bei Hilfe für Obdachlose genauer hinsehen

Eine Person sitzt auf dem Boden in einer Einkaufspassage. Um die Person liegen seine Sachen. Ein Hund steht rechts neben der Person. Links ist eine Decke und ein Futternapf. Im Hintergrund läuft eine gut gekleidete Person von rechts nach links.

Mit den einsetzenden wärmeren Temperaturen verliert auch die Frage nach einer adäquaten Versorgung von Obdachlosen im Winter an Brisanz: „Es kann aber nicht sein, dass das Problem mit Ende des Winters aus dem Fokus gerät. Obdachlosigkeit währt das ganze Jahr über“, sagt Klaus Wicher, SoVD-Landesvorsitzender. Er fordert die grundsätzliche Tagesöffnung in den Anlaufstellen, mehr Housing First Angebote und eine abgestimmte Beratung für die EU-Bürger:innen, die in Hamburg keinen Anspruch auf Leistungen haben.

Für die knapp 3800 offiziell von der Stadt gezählten Obdachlosen geht ein harter Winter zu Ende: „Wir wissen, dass es mehr als 5000 Menschen sind, die auf der Straße leben“, stellt Wicher klar. Wenigstens 18 von ihnen sind seit dem 1. November vergangenen Jahres umgekommen – auf der Straße erfroren oder an den Folgen der langen Obdachlosigkeit im Krankenhaus gestorben. „Das Winternotprogramm endet zwar erst am 31. März, aber schon jetzt ist für mich absehbar, dass die Unterstützung seitens der Stadt nicht ausreicht, oder aber nicht die richtige ist. Denn ganz offensichtlich nehmen viele Menschen, die Angebote nicht an – trotz eisiger Temperaturen und gesundheitlichen Risiken! Das haben wir mehrfach kritisiert“, so Wicher.

Der SoVD-Landesvorsitzender fordert, genauer hinzusehen: „Es gibt viele Faktoren, die dazu beitragen, dass jemand auf der Straße landet. Obdachlosigkeit hat viele Facetten. Man muss sie aus verschiedenen Richtungen angehen. Dazu gehören auch mehr Beratungsangebote für obdachlose EU-Bürger:innen, die vor allem aus Osteuropa nach Hamburg kommen“, sagt Wicher. Nichtdeutsche Obdachlose machen laut Sozialbehörde mehr als die Hälfte der Obdachlosen in Hamburg aus. 

Schutz bräuchten die Betroffenen aber auch im Sommer: „Es wird immer heißer in der Stadt, immer noch gibt es viel zu wenig Trinkbrunnen in Hamburg. Mehr Wasserstellen kämen wiederum auch Obdachlosen zugute, die sich mit Trinkwasser versorgen könnten!“

 

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem rund 28.000 Mitglieder organisiert sind. Damit ist der SoVD die größte sozialpolitische Interessenvertretung in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung.

Presse-Material

 

Kontakt
Susanne Rahlf
Pressesprecherin SoVD Hamburg
Telefon: 0151 44545693
E-Mail: presse@sovd-hh.de

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