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Sozialmonitoring: Mehr Selbstkritik bitte, Frau Senatorin!

„Im Kampf gegen die Armut hat die Stadt wenig bewegt“, sagt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg, mit Blick auf den neuen Sozialmonitoring-Bericht der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen.

Was die soziale Lage in Hamburg angeht, gibt es im Vergleich zum Vorjahr kaum Veränderungen. Das heißt: Immer noch wohnt jeder fünfte Hamburger in einem Teil der Stadt, der einen niedrigen oder sehr niedrigen Status hat – das sind mehr als 18 Prozent aller Einwohner. „Dass Frau Senatorin Stapelfeld es als Erfolg verkaufen will, dass alles beim Alten geblieben ist, dazu muss man erst mal den Mut haben. Praktisch gesehen gab es keinerlei Verbesserung für die Menschen, die in prekären Lagen wohnen“, sagt der SoVD-Landeschef.

Die Stadtentwicklungssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt hatte bei der Vorstellung des Berichts betont, dass die Polarisierung bei der sozialräumlichen Entwicklung nicht vorangeschritten sei. Wicher hält die mangelnde Selbstkritik der Senatorin für gefährlich: „Wir haben hier einen Stillstand auf hohem Niveau, das kann man sich doch nicht schönreden!“

„Immerhin werden die Stadtteile mit schwachem Status durch das Rahmenprogramm Integrierte Stadtentwicklung unterstützt, leider aber offenbar nicht genug, denn sonst würde sich mehr tun. Aus meiner Sicht hat sich Armut in bestimmten Teilen der Stadt auf einem relativ hohen Niveau verfestigt – und damit müssen knapp 20 Prozent aller Hamburgerinnen und Hamburger wohl auch in Zukunft leben.“, so Wicher weiter.

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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