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Sozialer Arbeitsmarkt

Sozialverband SoVD Hamburg fordert arbeitsmarktpolitischen Aufbruch: Langzeitarbeitslose nicht vergessen – Menschen mit Handicap stärker am Arbeitsmarkt platzieren, um deren Potential aufzuzeigen!

Der Hamburger Arbeitsmarkt liegt auch im April 2015 weiter auf hohem Niveau. Er verzeichnet über 900.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und eine anhaltende Nachfrage nach Fachkräften.  Gleichzeitig weist die Statistik der Agentur für Arbeit eine ebenso anhaltend negative Situation für ältere Arbeitslose und Langzeitarbeitslose aus. „Wir hoffen darauf, dass hier die neue Senatspolitik mit Blick auf  einen sozialen Arbeitsmarkt Abhilfe schafft“, sagt Klaus  Wicher, 1. Landesvorsitzender des SoVD-Hamburg: „Wir brauchen einen neuen arbeitsmarktpolitischen Aufbruch“.  Es sei ein richtiger erster Schritt des Senats, dass weitere 500 sozialversicherungspflichtige Jobs für Langzeitarbeitslose geschaffen werden sollen.

Die Quote der Langzeitarbeitslosen liegt im April 2015 bei 31,3 Prozent, die der arbeitslosen Menschen über 50 Jahre bei 28 und die der über 55 bei 15,7 Prozent. 4,6 Prozent sind schwerbehindert. Insgesamt sind 23.178 Langzeitarbeitslose gemeldet sowie 20.715 Arbeitslose im Alter ab 50 (davon 11.641 55 Jahre und älter). Dabei stieg die Gruppe 50+ ohne Job im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,9 Prozent, die der 55+ sogar um 5,2 Prozent. Deutlich zeigt sich, dass Ältere ohne Job sowie Langzeitarbeitslose, die Leistungen gemäß SGB II beziehen (Hartz IV), kaum Chancen auf Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt haben: Ihre Zahlen stiegen zum Vorjahresmonat 2014 um 6,4 Prozent  (Gruppe 50 +) sowie um 10,7 Prozent (Gruppe 55+). Auch die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV Empfänger in der Gruppe „Schwerbehinderte“ wuchs zum Vorjahresmonat um 4,5 Prozent.

Die Daten zeigen, dass schwerbehinderte Menschen oder Langzeitarbeitslose nicht im gleichen Maße von der Konjunktur profitieren wie Menschen ohne Einschränkungen. „Für Langzeitarbeitslose spielt es nahezu keine Rolle, ob Konjunktur und Arbeitsmarkt boomen. Sie bleiben abgekoppelt“, so Wicher. „Wir wissen, dass für Menschen mit oder ohne Handicap gilt: Je höher die Qualifikation, desto größer die Chancen, zurück in den Job zu kommen oder dank beruflicher Rehabilitation ihren Arbeitsweg in einem anderen Berufsfeld umzusetzen.“ 

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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