2026 könnten viele der über 300.000 Hamburger Altersrentner:innen mehr Netto vom Netto bekommen. Zum einen erfolgt im Juli die jährliche Rentenerhöhung – gerechnet wird derzeit mit einer Anpassung um rund 3,7 Prozent –, zum anderen soll die „Aktivrente“ künftig ermöglichen, dass Ruheständler*innen ihre finanzielle Situation aufbessern können.
Eine wesentliche Neuerung im Bereich Rente ist das sogenannte „Aktivrente“-Gesetz. Seit dem 1. Januar 2026 ermöglicht es Rentner:innen – zusätzlich zum Rentenbezug – bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuzuverdienen. Aber: Begünstigt sind nur Löhne aus nichtselbstständiger, sozialversicherungspflichtiger Arbeit. Selbstständige, Minijobs, Beamte und andere Gruppen sind ausgeschlossen.
Der Steuerfreibetrag gilt zusätzlich zum regulären Grundfreibetrag — es wird also keine Steuer fällig, wenn man unter den 2.000 Euro bleibt. Aber: Sozialversicherungsbeiträge (Kranken- und Pflegeversicherung) fallen weiterhin an. Und das Gesetz gilt erst ab Erreichen der Regelaltersgrenze — nicht früher. Für den Jahrgang 1959 liegt diese derzeit bei 66 Jahren und 2 Monaten. Für jeden Geburtsjahrgang danach erhöht sie sich um jeweils zwei Monate, bis alle ab Jahrgang 1964 mit 67 Jahren regulär abschlagsfrei in Rente gehen können. Worauf noch zu achten ist: Die Steuerbefreiung kann nur in einem einzigen Arbeitsverhältnis angewendet werden. Der Höchstsatz von 2.000 Euro gilt monatlich und kann nicht auf einen anderen Kalendermonat übertragen werden.
Ein Beispiel: Eine Angestellte arbeitet nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter und verdient monatlich 1.800 Euro brutto zur Rente dazu. Mit der Aktivrente müsste sie auf diese 1.800 Euro keine Lohnsteuer zahlen. Je nach Steuerklasse und Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung, die der Arbeitgeber einbehält, hätte sie monatlich zirka 200 bis 300 Euro mehr im Portemonnaie als ohne Aktivrente.
Klaus Wicher: „Die Aktivrente entlastet den Geldbeutel etwas – zumindest bei denen, die im Rentenalter noch in der Lage sind zu arbeiten. Ich halte es aber für einen großen Fehler, Selbständige außen vor zu lassen. Und klar ist: Arbeiten im Alter darf keine Notlösung sein, wenn die Rente nicht reicht. Wir brauchen endlich für alle eine Rente, von der man wirklich leben kann. Das muss politisch Priorität haben.“
