Der internationale Frauentag am 8. März steht in diesem Jahr unter dem Motto „Give to gain – geben um zu gewinnen“. Dieses Motto ist eine eindeutige Forderung an unsere Gesellschaft: „Frauen geben sehr viel, leisten jeden Tag enorme Sorgearbeit, bekommen aber immer noch nicht das, was ihnen eigentlich zusteht. Es ist gut, dass der Frauentag daran erinnert“, sagt die Landesfrauensprecherin SoVD Hamburg, Susanne Langhagel.
Dass eine Frau den Großteil unbezahlter Sorgearbeit übernimmt, ist in Deutschland eine viel zu selbstverständliche Realität: „Frauen investieren pro Woche knapp 29 Stunden, Männer knapp 20 Stunden in unbezahlte Arbeit, also Haushalt, Kinderbetreuung oder Pflege. Ein Ungleichgewicht, das Männer oft nicht wahrhaben wollen. Denn die Arbeit zuhause verhindert, dass Frauen sich beruflich entwickeln können – mit schwerwiegenden Folgen: So entstehen erhebliche Lücken in der Erwerbsbiographie, die später nicht mehr ausgeglichen werden können. Nach wie vor fehlt es an der rentenrechtlichen Anerkennung von Sorgearbeit. So landen Frauen am Ende in Altersarmut“, kritisiert Langhagel.
In vielen Fällen lässt sich die Pflege von Angehörigen, schlecht mit dem Beruf vereinbaren: „Das bedeutet für die Frauen eine Arbeit in Teilzeit, in Minijobs und befristeten Arbeitsverhältnissen. Zumindest der Mindestlohn ist inzwischen auf dem Weg, Arbeit angemessen zu entlohnen“, unterstützt der Landesvorsitzende Klaus Wicher seine Frauensprecherin. Diese ergänzt: „Die Zahlen sprechen da eine klare Sprache: 88 Prozent der Beschäftigten in der Kinderbetreuung sind Frauen, ebenso sind 88 Prozent der Alleinerziehenden weiblich. Man kann also sagen: Ohne eine gleichberechtigte Aufteilung solcher Sorgeaufgaben, werden Frauen bis in hohe Alter benachteiligt bleiben!“
