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Rentenerhöhung 2021: Nullrunde für Westdeutsche

„Für eine große Zahl der Hamburger Senior*innen ist das schwer zu verkraften. 53 Prozent von ihnen leben von einer kleinen Rente bis maximal 1.000 Euro – sie brauchen jeden Cent mehr“, kritisiert SoVD-Landeschef Klaus Wicher und fordert eine umfassende Rentenreform.

Die Pandemie hat schmerzlich gezeigt, dass das System grundsätzlich krankt: „Sinkende Löhne und weniger Beitragszahler*innen im Corona-Krisen-Jahr sind die Ursache für die Nullrunde – deshalb fällt die Rentenerhöhung in diesem Jahr aus“, erläutert Wicher. Er appelliert an den Bund, das Problem grundsätzlich anzugehen: „Anpassungen der Rente sind extrem abhängig von der wirtschaftlichen Lage und der Lohnentwicklung. So lange die Konjunktur gut läuft, funktioniert das. Jetzt haben wir einen corona-bedingten Einbruch und das System kommt an seine Grenzen. Wir brauchen aber eine Rente, die verlässlich den Lebensstandard sichert. Unser Rentensystem muss dringend reformiert werden!“

Wicher sorgt sich um die vielen Menschen in Hamburg, denen nur wenig zum Leben bleibt: „Der SoVD Hamburg hat sich angesehen, wie sich das Einkommen von Senior*innen entwickelt hat: Im Vergleich zu 2010 hatten 2019 immer noch über 64 Prozent von ihnen nur 1.200 Euro brutto im Monat zur Verfügung. Auch bei der Ungleichverteilung ist alles beim Alten geblieben ist: Männer erhalten immer noch höhere Renten als Frauen.“

Neben dem Bund muss sich deshalb auch die Hansestadt engagieren: „Es stimmt einfach nicht, dass es in unserer reichen Stadt allen gut geht. Bei dem Preisniveau, das wir hier haben, bekommt man weniger für sein Geld. Ohne eine Rentenerhöhung wird die Inflationsrate kleine Einkommen zusätzlich schmälern. Hier gilt es schnell zu handeln. Die Stadt muss armen Senior*innen und Grundsicherungsempfänger*innen endlich einen Zuschlag zugestehen!“, fordert Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg. Der Antrag dazu liege seit langem dem Sozialausschuss der Bürgerschaft vor.

Für Wicher ist klar: „Die Zahlen zeigen, dass Altersarmut bundesweit und auch in Hamburg seit langer Zeit ein wachsendes Problem ist – daran wird auch die Einführung der Grundrente nichts ändern.“

  • 18,2 Prozent der Hamburger*innen sind 65 Jahre und älter – das ist fast jede*r Fünfte
  • Über 47.000 Hamburger*innen beziehen Grundsicherungsleistungen – mehr als die Hälfte von Ihnen (27.875), sind 65 Jahre oder älter
  • 41.000 Hamburger*innen über 74 Jahren erhalten Leistungen der Pflegeversicherung

(Stand: Semtember 2020)

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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