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Rente geschlechtsspezifisch ungleich verteilt

Klaus Wicher, Landeschef des Sozialverbandes SoVD Hamburg, moniert: „Die Renten sind sicher – für viele ältere Frauen zu wenig zum Leben.“

„In Hamburg leben 6,8 Prozent der 65-Jährigen von Grundsicherung. Dabei ist die Zahl der Frauen um etwa ein Drittel größer als die der Männer. Armut im Alter ist oft Frauensache“, sagt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender des SoVD Hamburg. Er nimmt Bezug auf Zahlen, dass Frauen durchschnittlich nicht einmal halb so hohe Renten wie Männer beziehen. Diese Ungleichheit hat Gründe. So spiegeln sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede auch im persönlichen monatlichen Nettoeinkommen älterer Frauen wider. Während 73 Prozent der in Paargemeinschaften lebenden älteren Frauen ein persönliches Einkommen von unter 900 Euro haben, sind es gerade einmal 13 Prozent der Männer, die über weniger als 900 Euro verfügen. Auch beim Blick auf die Rente zeigen sich große Unterschiede: Die Rente alleinlebender älterer Frauen wird oft durch eine Hinterbliebenen-Rente ergänzt. 2014 bezogen 69 Prozent der Frauen sowohl eine eigene als auch eine Hinterbliebenenrente. 6 Prozent hatten nur eine Hinterbliebenenrente, 26 Prozent eine eigene Rente. Aber: Bei alleinlebenden älteren Männern lag dieser Anteil mit 71 Prozent fast dreimal so hoch. 

„Im Erwerbsalter haben Geringverdiener – und dazu gehören oft Frauen – wenig Geld übrig für eine private Vorsorge. Die frühere Rollenverteilung der heutigen Rentner sah den Mann im Vollzeitjob, die Frau konzentrierte sich auf die Kinder und deren Erziehung. Wir müssen diese Leistung der Frauen endlich stärker in den Vordergrund rücken und bei der Rente berücksichtigen“, fordert Wicher. Er rechnet zudem vor, dass in den vergangenen Jahren Rentnerinnen und Rentner trotz der Rentenanpassungen über 12 Prozent an Kaufkraft verloren haben. Besonders Heizkosten in westdeutschen Großstädten wie Hamburg nehmen bei Älteren oft das größte Budget ein.

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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