„Hamburg ist verantwortlich für seine Quartiere, vor allem für die, in denen viele Menschen mit niedrigen Einkommen leben und darum weniger teilhaben können.“ Klaus Wicher appelliert an den Senat. „Gerade das Quartier rund um den Osdorfer Born braucht soziale Infrastruktur und Angebote – sie sind wichtige Stützpfeiler der sozialen Versorgung der Menschen dort. Es liegt in der Verantwortung des Senats, dies aufrechtzuerhalten!“
Der Osdorfer Born ist ein Quartier, in dem viele Menschen massiv mit Armut konfrontiert sind. Vor allem die Familien mit vielen Kindern, Alleinerziehende und immer mehr Senior:innen mit sehr kleiner Rente sind auf die Angebote der Einrichtungen im Bürgerhaus Bornheide angewiesen. Dazu zählen existenzielle Versorger wie die Tafel, die viele mit kostenlosen Lebensmitteln versorgt. Dort betreibt der Beschäftigungsträger KoALA das Café Osborn 53, das langzeitarbeitslosen Menschen Jobperspektiven gibt und wo man preiswert essen oder eine Tasse Kaffee trinken kann. Im Bürgerhaus treffen sich Elterngruppen, es gibt Gesundheitsberatungen und Freizeitangebote. Zusätzlich betreibt der SoVD Hamburg dort das Sozialkaufhaus Cappello, das Kleidung und alles rund um den Haushalt zum kleinen Preis anbietet: „Es steht für mich außer Frage, dass all diese Angebote unbedingt erhalten werden müssen, denn die Bewohner:innen sind darauf angewiesen. So eine soziale Infrastruktur braucht allerdings Förderung und verlässliche Finanzierung. Der SoVD hat Mitte 2021 das Sozialkaufhaus Cappello vor dem Aus gerettet, weil es mit hohen Defiziten zu kämpfen hatte. Gemeinnützige Träger, so wie der SoVD, können solche Aufgaben nicht allein schultern. Die Stadt ist verantwortlich, sie muss sich zum Osdorfer Born und dem Bürgerhaus bekennen. Dazu gehört dann auch ein angemessenes finanzielles Engagement“, stellt Wicher klar.
Es gehe darum, den Menschen zu zeigen, dass die Stadt sich für sie einsetzt: „Wenn der SoVD Hamburg nicht schon vor Jahren den Betrieb von Cappello übernommen hätte, gäbe es das Sozialkaufhaus heute nicht mehr. Es kommt nicht genug rein, um die Kosten zu decken. Der SoVD engagiert sich, dass muss auch die Stadt tun – und zwar mit ausreichenden Mitteln.“ Er empfiehlt der Stadt: „Hamburg muss in Osdorf die soziale Infrastruktur für Menschen mit wenig Geld aufrechterhalten. Das Bürgerhaus ist ein existenziell wichtiges Angebot für den Stadtteil – das sollte die Politik nicht vergessen!“
