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Pflegereform: Tropfen auf den heißen Stein

Der Deutsche Bundestag debattiert über das geplante Pflegeunterstützungs- und Entlastungsgesetz. „Wir brauchen eine Pflegevollversicherung“, fordert Klaus Wicher, Landesvorsitzender des Sozialverbands Hamburg (SoVD). „Die geplante Reform ist gerade für pflegende Angehörige nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.“ 

"Die geplante Erhöhung von Pflegegeld und ambulanten Sachleistungsbeträgen um 5 Prozent ist angesichts explodierender Kosten in der Pflege viel zu wenig“, meint Wicher. Auf der anderen Seite muss die Politik Menschen mit niedriger Rente in den Blick nehmen, die die Kosten für die Pflege, die der Einzelne trotz Pflegeversicherung übernehmen muss, nicht mehr stemmen können. Wicher: „Die hohen Kosten für Haushalt und Pflege aufzubringen wird spätestens dann für Menschen mit geringem Einkommen zur unlösbaren Aufgabe, wenn der Partner oder die Partnerin pflegebedürftig wird.“

Die Gruppe der pflegenden Angehörigen, bis heute überwiegend Frauen, wird nicht ausreichend finanziell unterstützt. Gebrochene Lebensläufe werden spätestens dann zum Problem, wenn die Rente berechnet wird. „Hier hätte die Koalition die Chance nutzen müssen, die Care-Arbeit deutlich zu stärken“, meint Wicher. „So wird die häusliche Pflege immer öfter daran scheitern, dass Menschen es sich gar nicht mehr leisten können, Arbeitszeit zu reduzieren oder eine Auszeit vom Job zu nehmen, um sich um Eltern oder andere Angehörige zu kümmern.“ Pflege ist nichts, was so mal eben neben Haushalt, Kindererziehung und Job erledigt werden kann, doch dieser Spagat entspricht der Lebensrealität vieler pflegender Angehöriger. Daran wird auch eine Reform in dieser Form nichts ändern.


Kontakt
Nicola Timpe
Pressesprecherin
Telefon 040 611 607 42
Mobil 0151 445 456 93
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