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Offene Kinder- und Jugend­arbeit: Immer mehr kom­men mit leerem Magen in Ein­rich­tungen

Auf dem Bild sind vier Kinder zu sehen, die auf einem Klettergerüst spielen. Sie lachen. Im Hintergrund ist eine grüne Hecke zu sehen.

Die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) sind nicht nur wichtige Anlaufstellen für junge Menschen, sondern werden immer mehr zum Versorger: „Immer mehr junge Menschen kommen mit leerem Magen und fragen nach Essen. Das hat stark zugenommen“, berichtet Klaus Wicher, Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V. Er fordert: „Mehr Mitarbeitende und vor allem eine Finanzierung, die Raum lässt für ein flexibles Reagieren auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen.“ 

In Deutschland gilt jedes fünfte, in Hamburg sogar jedes vierte Kind als arm – sie wachsen in finanziell belasteten Verhältnissen auf. „Umso wichtiger ist ein gutes Netz an Anlaufstellen, wo junge Menschen Ansprechpartner:innen haben und dort gefördert werden, wofür das Elternhaus keine Mittel und Möglichkeiten hat.“ Dies leisten die rund 250 Spielhäuser, Jugendclubs, Abenteuerspielplätze – also Angebote, die sich als OKJA unter dem Dach des Hamburger Trägervereins In Via organisiert haben. „Eine immens wichtige Aufgabe, denn in den Kindern und Jugendlichen liegt die Zukunft unserer Stadt.“ Hier könnten sie hinkommen, Beziehungen aufbauen und Vertrauen entwickeln: „Diese Treffs sind für viele Kinder ein zweites Zuhause“, berichtet Wicher.

Wicher weiß aber auch, dass ein großer Teil der Angebote auf wackeligen Beinen steht: „Die Hälfte aller Einrichtungen wird nur von einer Fachkraft betreut! Damit sind die Angebote nur bedingt verlässlich: Wenn Betreuer:innen krank sind oder eine Fortbildung machen, muss die Einrichtung zeitweise schließen. Das vernichtet Vertrauen und Verbindungen – Verlässlichkeit ist gerade für junge Menschen extrem wichtig!“ Besonders erschüttert ist der Hamburger SoVD-Chef darüber, dass immer mehr junge Menschen hungrig in die Einrichtungen kommen: „Lebensmittel sind nach wie vor teuer, in vielen Haushalten muss auch am Essen gespart werden, um über die Runden zu kommen. Das müssen die Einrichtungen kompensieren und das bedeutet weniger Budget für anderes.“ 

Für Klaus Wicher ist klar: „Die zuständige Senatorin, Ksenija Bekeris ist klug beraten, sich besser um alle Kinder und Jugendlichen zu kümmern. Dies bedeutet auch, die OKJA finanziell besser auszustatten. Wer Mitte des Jahres nicht weiß, ob im Dezember noch Betreuungsarbeit mit jungen Menschen angeboten werden kann, verprellt Fachkräfte und erstickt Engagement.“  Dabei sei eine bessere Finanzierung und Ausstattung mit Mitarbeitenden eine gute Investition in die Zukunft der Stadt: „Ohne Freiräume, Bildung und Ausbildung haben junge Menschen aus armen Familien, wenig Chancen auf ein auskömmliches Leben. Die OKJA leistet an dieser Stelle sehr wichtige Arbeit, das muss Hamburg besser wertschätzen.“

Darüber hinaus fordert der SoVD Hamburg ein Familiengeld zur Unterstützung der Familien mit einem kleinen Einkommen.

 

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem rund 28.000 Mitglieder organisiert sind. Damit ist der SoVD die größte sozialpolitische Interessenvertretung in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung.

Presse-Material

 

Kontakt
Susanne Rahlf
Pressesprecherin
Telefon: 0151 445 456 93
E-Mail: presse@sovd-hh.de

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