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Öffentlicher Nahverkehr in Hamburg: Preiserhöhung beim ioki-Shuttle ist unfair!

Der Shuttle-Service ioki, der in Lurup und Osdorf Fahrten auf Abruf zur nächsten Bus- oder Bahnstation anbietet, ist seit dem 1. April teurer geworden. Pro Fahrt müssen Nutzer jetzt einen Euro mehr investieren. Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg, ist empört.

Gerade ältere Menschen in Lurup und Osdorf waren begeistert, als der Taxiservice im vergangenen Jahr eingerichtet wurde. War er doch endlich die Lösung, um unfall- und stressfrei zur meist weit entfernt gelegenen Bus- oder Bahnhaltestelle zu kommen: „Und das mit dem regulären HVV-Ticket“, berichtet der Hamburger SoVD-Chef Klaus Wicher. Doch seit dem 1. April müssen Fahrgäste für jede Tour einen Euro drauflegen. Die Deutsche Bahn, die den Service in Kooperation mit den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) betreibt, begründet die Preissteigerungen damit, dass Fahrten zwar immer wieder über das Smartphone gebucht, aber nicht angetreten und nicht storniert worden seien. „Es können doch nicht diejenigen, die ioki verlässlich nutzen, für die Unzuverlässigkeit anderer bestraft werden!“

Wicher stört, dass die Politik die Preiserhöhung offenbar kommentarlos hinnimmt: „Ist das die Politik des Senats? Erst mit einer günstigen Lösung locken und dann die Preiserhöhung auf alle ohne soziale Komponente umlegen?“ Der Hamburger SoVD-Landeschef geht noch weiter: „Bei dieser Preiserhöhung fühle ich mich als Bürger ehrlich gesagt ganz schön verschaukelt!“ Auch wenn es jeweils nur ein Euro sei, der auf die ioki Fahrt aufgeschlagen werde, bedeute das gerade für ältere und bedürftige Menschen eine schmerzhafte Mehrausgabe: „Wenn man mehrmals in der Woche zum Arzt muss und auch noch sonst am Leben teilnimmt, geht die Fahrt mit dem Shuttle-Service auf Dauer ins Geld!“ Für Wicher verspielen die Hamburger Regierungsparteien damit wertvolle Glaubwürdigkeit: „Diese Vorgehensweise lässt mich befürchten, dass zukünftige ÖPNV-Angebote des Senats zur Mogelpackung werden, die zunächst groß angekündigt werden und sich dann ganz schnell verteuern.“

Das ioki-Angebot gibt es bislang in den Stadtteilen Lurup und Osdorf. Ab Herbst wird es auf Billbrook ausgeweitet. Der Bedarf ist da: Rund 180.000 Fahrgäste haben seit dem Start vor einem dreiviertel Jahr eins der 20 Elektrofahrzeuge, in dem bis zu sechs Fahrgäste sowie Kinderwagen und Rollstühle Platz finden, genutzt.

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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