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Obdach­losig­keit: „Das Winter­not­pro­gramm er­reicht die Menschen nicht“

Eine Person hält ein kleines, aus Pappe ausgeschnittenes Symbol in Form eines Hauses in ihren Händen. Die Hände tragen fingerlose Handschuhe, die auf Kälte und möglicherweise Wohnungslosigkeit hinweisen. Die Kleidung wirkt abgenutzt. Das Licht fällt warm von der Seite ein und beleuchtet das Haus-Symbol.

Klaus Wicher sieht angesichts der Jahresbilanz des Sozialausschusses der Hamburger Bürgerschaft dringenden Handlungsbedarf.

Die Bilanz des Sozialausschusses zum Winternotprogramm 2024 in Hamburg ist für Klaus Wicher ein offener Appell an die Stadt, das Angebot zu überarbeiten: „Die Zahl der Obdachlosen in der Stadt ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Kenner gehen inzwischen von wenigstens 5000 Menschen aus. Trotzdem gibt es nur 700 städtische Übernachtungsplätze. Und diese waren in der vergangenen Saison nur zu 80 Prozent ausgelastet!“ 

Für Wicher eine ganz klare Botschaft: „Es ist offensichtlich – das Angebot hat die Menschen nicht erreicht! Stattdessen übernachten Sie unter freiem Himmel, 21 Menschen sind zwischen September 2024 und 2025 auf der Straße gestorben. Es ist eindeutig – die Stadt muss handeln!“ 

Es sei dringend erforderlich, mehr auf die Bedarfe der einzelnen Gruppen einzugehen. Der SoVD-Landesvorsitzende schlägt vor: „Housing First wird sehr gut angenommen und gibt den Betroffenen neue Lebensperspektiven. Ganz besonders wichtig ist, dieses Angebot auch für junge Menschen auszubauen.“ Wicher plädiert außerdem dafür, Obdachlose in kleineren Einheiten unterzubringen: „Es hat sich gezeigt, dass Wohncontainer sehr gut angenommen werden. Hier braucht es mehr Bereitschaft seitens der Stadt, sich zu engagieren und geeignete Plätzen zu Verfügung zu stellen.“

Er warnt davor, so weiterzumachen, wie bisher: „Die Zahlen sprechen für sich! Es besteht akuter Handlungsbedarf für die Stadt. Sollte sich nichts bewegen, werden auch im kommenden Winter viel zu viele Menschen auf der Straße sterben.“

 

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem rund 28.000 Mitglieder organisiert sind. Damit ist der SoVD die größte sozialpolitische Interessenvertretung in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung.

Presse-Material

 

Kontakt
Susanne Rahlf
Pressesprecherin SoVD Hamburg
Telefon: 0151 44545693
E-Mail: presse@sovd-hh.de

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