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Neues Zentrum für Teilhabe soll Barrieren abbauen

Am 19. November ging es beim SoVD Hamburg um das Thema Teilhabe und Inklusion. Schwerbehindertenvertretungen (SBV) und Interessierte informierten sich auf einer Veranstaltung im Stadtteilhaus in Horn über aktuelle Entwicklungen in der Schwerbehindertenvertretung. 

Besonderes Augenmerk richteten die Teilnehmenden der Veranstaltung auf den für Januar geplanten Start des neuen Zentrums für Teilhabe (ZfT) bei der Sozialbehörde. Projektleiterin Doreen Eichhorn erklärte, welche Veränderungen und welche Vorteile mit der Zusammenlegung verschiedener Ämter zum ZfT verbunden sind. Bisher wurden Teilhabeleistungen an unterschiedlichen Standorten und Behörden – nämlich im Fachamt Eingliederungshilfe, in der Eingliederungshilfe Sucht, im Versorgungsamt und im Integrationsamt – erbracht. Menschen mit Behinderungen mussten zwischen den Ämtern hin- und herwechseln. Das soll nun anders werden. „Unser Ziel ist es, Beratung und Leistungsgewährung künftig aus einem Haus anzubieten. Im Laufe des Jahres 2026 wird im ersten Schritt ein Servicecenter als zentrale Anlauf- und Beratungsstelle eingerichtet“, sagte Eichhorn. Langfristig sollen aber alle Bereiche des ZfT an einem Standort zu finden sein. Eichhorn sieht darin einen klaren Vorteil für Betroffene und Mitarbeitende: „So werden Kompetenzen gebündelt, zum Beispiel in einer gemeinsamen Rechtsabteilung, Prozessabläufe vereinfacht und Barrieren abgebaut.“ Dass dies nur mit dem notwendigen Personal und ausreichenden finanziellen Mitteln zu leisten ist, war allen Anwesenden klar. Das zeigten die Nachfragen. Auch die Sorge, ob sich Ansprechpersonen ändern, spiegelte sich in der Diskussion. Eichhorn versprach: „Technisch ist alles so vorbereitet, dass kein Bruch in der Kommunikation entsteht, wenn sich Ansprechpersonen ändern sollten.“ Auch in Sachen Mitbestimmung bei Teilhabeplanungen soll das ZfT für Verbesserungen sorgen. 

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es um Teilhabe und Inklusion auf dem Arbeitsmarkt. Peter Plate, Teamleiter bei der Hamburger Arbeitsassistent, und Arbeitsassistentin Iris Kastens stellten die Arbeit und die Aufgaben der Hamburger Arbeitsassistent vor und beleuchteten insbesondere die Angebote für junge schwerbehinderte Menschen bezüglich der beruflichen Orientierung, Qualifizierung und Fördermöglichkeiten. Die Hamburger Arbeitsassistenz (www.hamburger-arbeitsassistenz.de) unterstützt als Fachdienst Menschen mit Lernschwierigkeiten und/oder Behinderung bei der Teilhabe und Inklusion auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt. Gemeinsam stellten die Teilnehmenden fest, dass in den Bereichen Ausbildung und Berufsbildung noch viel unternommen werden muss, um Inklusion umsetzen zu können (s. auch Interview mit Peter Plate). Der SoVD Hamburg wird die Umsetzung kritisch begleiten.

 

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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