„In Hamburg herrscht große Wohnungsnot – das ist unbestritten“, stellt Klaus Wicher klar. Der SoVD-Landesvorsitzender setzt auf den neuen Hamburg Standard, der den Wohnungsbau ab 2026 wiederanschieben soll: „Dazu muss die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen. In jedem Bezirk müssen Vorzeigeprojekte entstehen, die Leuchtturmfunktion haben müssen!“
Das Wohnungsangebot in Hamburg sei zu gering und zu wenig auf die Bedarfe der Hamburger:innen angepasst: „Das Fortschreiben der Mietpreisbremse sowie SAGA und Genossenschaften können vor allem den Bestand an bezahlbarem Wohnraum nicht allein aufrechterhalten. Es muss unbedingt mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen. Der Neubau kann durch den neuen Hamburg Standard wieder Fahrt aufnehmen.“
Angesichts von einer anhaltenden Inflation, gestiegenen Kreditzinsen, höheren Kosten für Material und Mitarbeitende aber auch durch mehr Bürokratisierung seien in Hamburg in den vergangenen Jahren immer weniger Bauprojekte angegangen worden: „Die Stadt sollte nun zu ihrer eigenen Idee stehen und sofort mit dem Neubau von Wohnungen nach dem neuen Standard starten. Am besten mit einem Projekt in jedem Bezirk. Das könnte Signalwirkung haben und mögliche Bauherren dazu ermutigen, ebenfalls aktiv zu werden“, hofft Wicher.
Immer mehr Menschen müssten in Hamburg immer mehr fürs Wohnen ausgeben. Wer in der Stadt leben will, muss etwa ein Drittel des Bruttoeinkommens in die Miete investieren: „Und hier hat der Paritätische Gesamtverband gerade bestätigt, was wir schon lange wissen: Wohnen wird immer mehr zur Armutsfalle, vor allem für Alleinerziehende, Senior:innen und Familien mit Kindern. Fast eine halbe Million Menschen gelten demnach hier in Hamburg als arm!“
