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Mehr Engagement und neue Ideen gegen steigende Einsamkeit

Auf dem Bild sind vier ältere Personen zu sehen, die an einem Tisch sitzen und sich unterhalten. Zwei Männer und zwei Frauen scheinen in ein lebhaftes Gespräch vertieft zu sein. Eine der Frauen trägt ein gestreiftes Hemd und lächelt, während sie den anderen zuhört. Die Umgebung wirkt gemütlich und einladend, mit Pflanzen im Hintergrund und einer hellen, freundlichen Atmosphäre. Auf dem Tisch liegt ein Kartenspiel, was darauf hindeutet, dass die Gruppe möglicherweise eine Runde Karten spielt oder gespielt hat.

In Hamburg lebt jede:r Zweite allein: „Wer nicht familiär eingebunden ist, muss als Single viel mehr Energie und tatsächlich auch Mittel aufwenden, um soziale Kontakte aufrechtzuerhalten“, sagt Klaus Wicher. Er fordert eine soziale Infrastruktur über die Generationen hinweg: „Unser Konzept für neue Senior:innenzentren könnten ein Anfang sein!“

Wicher sieht sich durch das Einsamkeitsbarometer 2024 vom Ministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend (Bmbfsfj) bestätigt: „Es wird sehr schnell klar, dass vor allem Frauen und Hochaltrige betroffen sind“, so Wicher. Die Ursachen lägen auf der Hand: „Neben dem hohen Alter sind besonders die niedrigen Einkommen, sowie die Care Arbeit für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige Gründe dafür. Immer noch ist es in unserer Gesellschaft selbstverständlich, dass diese Aufgaben zumeist Frauen übernehmen.“

Politik und Allgemeinheit sollten die generationenübergreifende, wachsende Einsamkeit, sehr ernst nehmen: „Armut und Einsamkeit sind dieselbe Seite der Medaille. Beides nimmt zu! Gerade im teuren Hamburg bedeutet dies noch mehr Ausschluss von Teilhabe als ohnehin schon. Pflegende und Alleinerziehende müssen stärker in den Fokus gerückt werden. In dieser Gruppe gilt schon jetzt jede zweite Frau als arm – ohne Unterstützung werden sie wenig an ihrer Lage ändern können. Folglich werden auch deren Kinder und Nachkommen keine Chance auf eine bessere Zukunft haben.“

Bestehende Angebote müssten geprüft und modernisiert werden: „Der SoVD Hamburg fordert seit langem neue Seniorenzentren für die Quartiere, nach Münchener Vorbild, mit Beratung und Angeboten aus einer Hand. Unser Konzept dafür steht! Weiterhin ist es unstreitig, dass der Stundenlohn auf mindestens 15 Euro steigen muss, damit man einigermaßen auskömmlich über die Runden kommt. Davon werden vor allem Frauen profitieren.“ 

Infrastruktur sei das eine, insgesamt brauche es aber auch mehr menschliches Miteinander: „Einsamkeit ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Hier ist auch jede:r Einzelne gefragt. Wir sollten alle mehr über den eigenen Tellerrand schauen und da helfen, wo die Not offensichtlich ist.“

 

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem rund 28.000 Mitglieder organisiert sind. Damit ist der SoVD die größte sozialpolitische Interessenvertretung in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung.

Presse-Material

 

Kontakt
Susanne Rahlf
Pressesprecherin
Telefon: 0151 445 456 93
E-Mail: presse@sovd-hh.de

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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