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Kinderarmut hat viele Ursachen

Armut von Kindern hängt eng mit Ein­kommen, Wohnen, Bildung und Familien­leben zusammen.

Das Bild zeigt drei Miniaturfiguren, die eine Familie darstellen, bestehend aus einem Erwachsenen und zwei Kindern. Sie stehen auf einem Haufen von Euro-Münzen und -Scheinen. Die Münzen sind in verschiedenen Größen gestapelt, und die Scheine sind im Hintergrund sichtbar.

Ob Kinder in finanzieller Not aufwachsen, hängt von den Lebensbedingungen ihrer Eltern und Familien ab. Kinderarmut ist deshalb immer Ausdruck von Familienarmut – sie reicht weit in die Zukunft von Kindern und Jugendlichen hinein.

Welche Faktoren Armut begünstigen

  • Niedrige Einkommen: 
    Wenn Eltern wenig verdienen oder nur einer schlecht bezahlten Arbeit nachgehen müssen, reicht das Familieneinkommen kaum aus, um  die Lebenshaltungskosten zu decken.
  • Arbeitslosigkeit und unsichere Beschäftigung: 
    Arbeitslosigkeit, befristete Verträge oder Mini- oder Teilzeitjobs können das Einkommen einer Familie erheblich reduzieren.
  • Alleinerziehende: 
    Wenn ein Elternteil Betreuung, Erziehung und Lebensunterhalt weitgehend allein stemmen muss, ist das Armutsrisiko besonders hoch. Gleichzeitig erschweren fehlende oder unzureichende Betreuungsmöglichkeiten häufig eine Ausweitung der Erwerbstätigkeit.
  • Hohe Wohnkosten: 
    Steigende Mieten und Nebenkosten belasten Familien mit geringem Einkommen besonders stark. Wenn ein großer Teil des Haushaltseinkommens für die Wohnung aufgewendet werden muss, bleibt entsprechend weniger Geld für Lebensmittel, Kleidung, Freizeit oder Bildung.
  • Mehrere Kinder: 
    Mit jedem weiteren Kind steigen die Ausgaben einer Familie. Gleichzeitig können Eltern durch Betreuungs- und Erziehungsaufgaben in ihrer Erwerbstätigkeit eingeschränkt sein.
  • Ungleiche Bildungschancen: 
    Der Bildungsweg von Kindern hängt in Deutschland weiterhin stark von ihrer sozialen Herkunft ab. Wer in Armut aufwächst, hat häufig schlechtere Voraussetzungen für Bildung und Ausbildung. So können sich soziale Benachteiligungen über Generationen hinweg fortsetzen.
  • Lücken im Sozialleistungssystem: 
    Nicht alle Familien erhalten die Unterstützung, auf die sie Anspruch haben. Komplizierte Anträge, fehlende Informationen oder bürokratische Hürden können dazu führen, dass Leistungen nicht abgerufen werden.

Kinderarmut ist deshalb nicht allein ein individuelles Problem einzelner Familien. Sie steht in engem Zusammenhang mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, wie Löhnen und Arbeitsbedingungen, Wohnkosten, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bildungschancen und der Gestaltung des Sozialstaats.

Auch in Hamburg zeigt sich, wie eng soziale Herkunft und Bildungschancen miteinander verbunden sind. Das Einkommen und der Bildungsstand der Eltern beeinflussen die Möglichkeiten der Kinder bezüglich Schule und Ausbildung. Damit entscheidet die soziale Herkunft noch immer zu häufig über den weiteren Lebensweg. 

Wenn sich Armut über Generationen fortsetzt

Auch in Hamburg zeigt sich, wie eng soziale Herkunft und Bildungschancen miteinander verbunden sind. Das Einkommen und der Bildungsstand der Eltern beeinflussen die Möglichkeiten, Kinder in Bezug auf Schule und Ausbildung zu unterstützen. Damit entscheidet die soziale Herkunft noch immer zu häufig über den weiteren Lebensweg.

Die Folgen von Kinderarmut reichen weit über die finanzielle Situation hinaus. Kinder, die in Armut aufwachsen, haben oft schlechtere Voraussetzungen für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Sie haben weniger Möglichkeiten, Hobbys nachzugehen, Freundinnen und Freunde einzuladen oder an Ausflügen und Klassenfahrten teilzunehmen.

Auch die Wohnsituation spielt eine wichtige Rolle. Beengte Wohnverhältnisse können das Lernen erschweren und die Privatsphäre einschränken. Finanzielle Sorgen der Eltern führen zudem häufig zu Stress und Belastungen in der Familie.

Kinderarmut kann damit zu einer Abwärtsspirale werden: Wer mit weniger Möglichkeiten aufwächst, hat unter Umständen schlechtere Bildungs- und Teilhabechancen. Das verringert später die Chancen auf einen gut bezahlten Arbeitsplatz und erhöht das Risiko, selbst in finanziell schwierigen Verhältnissen zu leben.

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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