Außerdem plädierte sie dafür, dass alle – auch Selbständige, Beamt:innen sowie Mandatsträger:innen – in die gesetzliche Rente einzahlen sollten, um das System zu stabilisieren.
Diesen Ball nahm Finanzsenator Dressel auf und mahnte: „Bei den Versicherungssystemen müssen wir darauf gucken, was zahlen sie ein, was wollen sie rausbekommen?“ Das müsse mehr sein als ein Nullsummenspiel. Und Hamburg sei nicht ohne den Bund zu betrachten. Das zeige sich zum Beispiel bei der Erbschaftssteuer. „Dass die Schonungsbedingungen es ermöglichen, die Steuer ab 26 Millionen Euro auf Null zu rechnen, ist eine Frechheit“, so Dressel. Aussagen wie zur Lifestyle-Teilzeit würden die Debatte vergiften und den Sozialstaat kaputtmachen. Aus Dressels Sicht muss ein Sozialstaat so aufgestellt sein, dass er funktioniert. Drängende Probleme seien Antragsverfahren, die nicht mehr händelbar sind, sowie ein desolater Zustand im Bereich der Digitalisierung. Er wertete die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem SoVD in Hamburg als eine wichtige Leistung „Trotz polarisierter Zeiten sind wir in Hamburg im Gespräch, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind.“ Wicher griff dies noch einmal auf, bevor der Nachmittag überging in rege Gespräche am Buffet: „Wir werden weiterhin jede Woche den Handlungsspielraum der Politik zu thematisieren. Die Äußerungen des Finanzsenators zur Rente können wir zum Beispiel so nicht stehenlassen, denn es gibt Beitragsbemessungsgrenzen und politische Möglichkeiten, Leistungen zu steuern. Es ist ein solidarisches System, das darauf ausgelegt ist, Risiken gemeinsam zu tragen.“