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Hamburgisches Wohn- und Betreuungsqualitätsgesetz umsetzen!

„Akut-Intervention ist gut – kontinuierliche Prüfung sichert langfristig die Qualität der Altenpflege“, sagt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband SoVD Hamburg.

„Es ist gut, wenn das Bezirksamt, wie jetzt in Nord geschehen, auf Missstände in einem Pflegeheim schnell reagiert und wegen schwerer Pflegemängel die sofortige Schließung anordnet. Feuerwehr-Sanktionen aber zeigen auch, wie wichtig eine kontinuierliche Überprüfung der Pflegheime ist. Eine engmaschige Kontrolle kann schlaglichtartige Interventionen überflüssig machen, wenn die Qualität dauerhaft im Fokus ist“, sagt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender SoVD Hamburg.

Für Wicher ist eine akut angeordnete Heimschließung in Ordnung, um rasch Missstände abzustellen. Für ihn gehört dies zu den erforderlichen „taktischen“ Maßnahmen, das Hamburgische Wohn- und Betreuungsqualitätsgesetz umzusetzen. „Wir müssen aber strategisch dahin kommen, die Latte für die Bewertung der Pflegequalität höher und anders aufzuhängen. Wir müssen sie an den Bedürfnissen der pflegedürftigen Menschen ausrichten und nicht danach, was die Träger von Pflegeheimen wirtschaftlich zu leisten vermögen oder bereit sind zu leisten.“

Offiziell heißt es, die Wohn-Pflege-Aufsicht berät u.a. Einrichtungen und ambulante Dienste. Sie prüft die Qualität der Leistungen. Wicher: „Die Schließung eines Pflegeheims zeigt, dass die Kontrolle der Bezirksämter kein Papiertiger ist. Aber die Kontrollfrequenz muss nach oben gefahren werden. Bleibt es bei den derzeitigen Prüfungsmodalitäten, ist ein Haus bestenfalls nach vier Jahren in Gänze examiniert. Ambulante Dienste, die etwa 70 Prozent der Pflege leisten, fallen nahezu durchs Raster. Von ihnen werden nur 5 Prozent jährlich kontrolliert.“

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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