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Hamburg spart auf Kosten unserer Kinder

Mehrere Schüler:innen stehen in einem Schulflur zusammen. Drei Jugendliche betrachten gemeinsam ein Smartphone, während sich andere im Hintergrund unterhalten. Ein Junge steht abseits an der Wand und blickt nach unten. Im Flur hängen Jacken an Garderobenhaken sowie ein Plakat mit den Worten „Zusammenhalt“ und „Freundlichkeit“.

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In Hamburg sorgen drohende Kürzungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) seit Monaten für Proteste. Ein trauriges Beispiel ist der Timo-Jugendklub in Hamburg-Horn: Seit 1968 war er ein wichtiger Treffpunkt für Kinder und Jugendliche im Stadtteil. Ende Juni musste die Einrichtung samt der dort angesiedelten Suchtprävention schließen, weil die Stadt Hamburg die Zuwendung gestrichen hatte. 

Gerade jetzt, zu den Sommerferien, treffen Schließungen von Jugendeinrichtungen viele Familien besonders hart. Während viele Kinder in den Ferien verreisen, verbringen andere sechs Wochen voller Langeweile, Enge und Verzicht. Denn Kinderarmut ist im reichen Hamburg bittere Realität. Der aktuelle Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes zeigt: Hamburg hat sich auf einen unrühmlichen dritten Platz „hochgearbeitet“. Fast jeder Fünfte – darunter vor allem ältere Menschen und Familien – ist von Armut betroffen. Für Schulkinder wird die soziale Ungleichheit schmerzhaft nach den Ferien deutlich. Während Mitschüler:innen von ihren Ferienerlebnissen berichten, stehen Kinder aus armen Familien still daneben. Sie waren weder am Meer noch in den Bergen – weil das Geld fehlte. Dieses Gefühl, nicht mithalten zu können, prägt viele Kinder weit über die Ferienzeit hinaus.

Die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind weit mehr als „nur“ Freizeitangebote. Sie schaffen sichere Orte, an denen Kinder Gemeinschaft erleben, Unterstützung finden und einfach Kind sein dürfen. Sie bieten jungen Menschen Struktur, warme Mahlzeiten und soziale Kontakte. Für manche Kinder sind diese Einrichtungen ein Schutzraum vor Konflikten, Einsamkeit oder Problemen zuhause. „Kinder brauchen Perspektiven, Orte der Begegnung und Menschen, die ihnen zuhören“, weiß Landeschef Klaus Wicher. „Kürzungen in der Kinder- und Jugendarbeit sparen nicht an Gebäuden oder Projekten, sie sparen Teilhabe und Chancen junger Menschen ein.“

Ferienangebote für Kinder und Jugendliche sind im Hamburger Ferienpass zusammengefasst: ferienpass-hamburg.de. Viele Aktivitäten sind kostenlos oder vergünstigt.
Außerdem ist es bedürftigen Familien möglich, beim SoVD Hamburg einen Zuschuss aus dem Verfügungsfonds für den gemeinsamen Erholungsurlaub zu beantragen. Alle Informationen zur Hilfe für Bedürftige

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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