Besonders hinsichtlich langer Wartezeiten auf Facharzttermine, dem Mangel an Haus- und Kinderärzten auf dem Land, der Notfallversorgung und dem Gefühl, für steigende Beiträge keinen angemessenen Gegenwert zu bekommen. Diese Stimmungen werden kontinuierlich durch den Gesundheitsmonitor von Pharma Deutschland (mit Civey) oder Studien von Krankenkassen (TK, SBK) und Verbänden (IKK, VdK) erfasst.
Klaus Wicher, Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V., warnt vor dem weiteren Drehen an der Gebühren- und Beitragsschraube im Gesundheitssystem: „Die Zusatzbeiträge sind jetzt schon durchschnittlich auf 2,9 Prozent angestiegen und es drohen weitere Erhöhungen. In diesem Zusammenhang ist die Einführung von Praxisgebühren für jeden Arztbesuch kontraproduktiv, wie er von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gefordert wird. Das würde nur dazu führen, dass diejenigen, die jetzt schon nicht oder zu selten zum Arzt gehen, dies noch weniger tun. Insbesondere ist wieder der ärmere Teil der Bevölkerung betroffen, der ohnehin schon stärker unter erhöhten Krankheitslasten leiden. In Hamburg ist rund jeder Fünfte von Armut betroffen. Wir müssen aufpassen, dass die Spaltung der Gesellschaft nicht noch tiefer wird.“
„Wer nach Finanzierungsmöglichkeiten sucht, der muss die bei denjenigen suchen, die mehr Lasten tragen können. Personen mit sehr hohen Einkommen, Vermögen und großen Erbschaften müssen stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens herangezogen werden. Das wäre ein Weg, die Lasten gerechter zu verteilen“, so der Hamburger SoVD-Chef.
„Auch müssen wir aufpassen, dass die Akzeptanz für das deutsche Gesundheitssystem nicht unter die Räder kommt“, mahnt Wicher.
