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Geplante Rentenerhöhung: Arme Senior:innen immer mehr auf dem Abstellgleis

Nicht mehr, sondern weniger – Klaus Wicher ist nicht begeistert über die angekündigte Rentenerhöhung im kommenden Sommer: „Im Gespräch ist eine Anhebung um etwa 3,5 Prozent – das gleicht die gestiegenen Preise im Supermarkt niemals aus. Aus diesem Grund brauchen Senior:innen, die Grundsicherung im Alter beziehen, oder die nur knapp über der Armutsgrenze liegen, unbedingt eine finanzielle Unterstützung vom Staat!“

Sollte es bei der angedachten Rentenerhöhung um 3,5 Prozent bleiben, bekämen laut Wicher vor allem diejenigen, die nur wenig Rente beziehen, zusätzliche Probleme: „Auch wenn die Inflation sich wieder zwischen drei und vier Prozent bewegt, gilt dies nicht für Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs. Hier sind die Preise nach wie vor hoch, vor allem frisches Obst und Gemüse – gesunde Lebensmittel allgemein – sind empfindlich teuer.“ Dem hätten vor allem die Rentner:innen nur wenig entgegensetzen: „Viele können nicht mehr arbeiten und sich etwas dazu verdienen. Senior:innen sind deshalb ganz besonders stark von wirtschaftlichen Veränderungen betroffen. Hier in Hamburg war das Preisniveau schon immer höher als anderswo. Im Supermarkt zahlt man für alles ein bisschen mehr. Rentner:innen, die hier leben, bekommen also noch weniger für ihr Geld als in anderen Städten.“

Wicher fordert für Betroffene, die bereits in Altersarmut leben oder gefährdet sind: „Es sind immer wieder die Älteren, die die Politik ignoriert und außen vorlässt. Ich erinnere da an die sehr verspätete Zahlung des Energiepreispauschale. Einen Inflationsausgleich haben sie erst gar nicht bekommen. Diese Menschen fühlen sich nicht gesehen mit ihren Ängsten und Problemen.“ Wicher warnt vor immer mehr Älteren, die sich von der aktuellen Politik abgelehnt fühlen und sich dann enttäuscht abwenden: „Auch Senior:innen, es werden übrigens immer mehr, gehen wählen! Wenn die Politik sie aus dem Fokus verliert, befürchte ich, dass vor allem der politisch rechte Rand davon profitieren könnte. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass auch die Stadt Hamburg ein Signal in Richtung der Älteren sendet und die am meisten Bedürftigen finanziell, zum Beispiel mit einer Anhebung der Grundsicherung im Alter, unterstützt.“ Bestätigt sieht sich Wicher durch den Verteilungsbericht der Hans-Böckler-Stiftung „Armut ist Risiko für Demokratie – Indizien für Zunahme der Einkommensungleichheit in der Krise“.

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem über 25.000 Mitglieder organisiert sind. Der SoVD Hamburg ist der größte Sozialverband in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung. 

Presse-Material

Kontakt
Susanne Rahlf
Pressesprecherin
Telefon: 0151 445 456 93
E-Mail: presse@sovd-hh.de

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