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Frust bei Fußgängern in Hamburg-Lurup: Einfach mal eine Ampel mehr aufbauen

In ganz Hamburg werden zurzeit Straßen saniert und erneuert. Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg, begrüßt zwar den Ausbau, allerdings bleiben aus seiner Sicht vor allem die gehandicapten Fußgänger auf der Strecke.

„Wir haben den Eindruck, dass die Verkehrsplaner die Belange von älteren und behinderten Menschen momentan verdrängen. Auf ihre Bedürfnisse wird gerade gar nicht eingegangen“, ärgert sich der Hamburger SoVD-Chef. Ein konkretes Beispiel hat Wicher sofort parat: „Schon lange fordern die Luruper eine Ampel, die das Queren der stark befahrenen Luruper Hauptstraße vor einer Seniorenanlage ermöglicht.“ Versprochen ist sie, allerdings wird sie erst eingerichtet, wenn die dortigen Bauarbeiten, die sich noch länger hinziehen werden, abgeschlossen sind. „An anderen Stellen hat man sehr schnell mobile Ampeln zur Hand“, beschwert sich Wicher. „Warum wird hier nicht einfach mal unbürokratisch gehandelt?“

Der Hamburger SoVD-Landesvorsitzende fragte bei der Zentralen Straßenverkehrsbehörde nach. Sachgebietsleiter Thorsten Teichert antwortete, dass eine Verkehrszählung von 2017 ergeben habe, dass es an der Luruper Hauptstraße keinen erhöhten Querungsbedarf bei den Fußgängern gebe und eine provisorische oder auch feste Ampel Verkehrssicherheitsprobleme zwischen Fußgängern und Radfahrern auslösen könnte.

Klaus Wicher: „Natürlich trauen sich vor der Wohnanlage kaum Menschen über die Straße, das lässt der sehr starke Verkehr gar nicht zu!“ Wer noch gut zu Fuß sei, nehme lieber den Umweg über die Ampelanlage an der Ecke Ackerstieg in Kauf. „Für alte Menschen, die verlangsamt oder beeinträchtigt sind, ist das eine große Herausforderung. Wenn sie die nicht mehr schaffen, müssen sie zu Hause bleiben und den Einkauf oder Ähnliches anderen überlassen. Eine Fußgängerampel dort würde ihren Bewegungsraum deutlich vergrößern. Dabei kommt es nicht darauf an, wie viele von ihnen die Straße queren, sondern auf Lebensqualität und Teilhabe! Ich bin sicher, dass sich für den Fahrradverkehr Möglichkeiten finden lassen; die Nutzung des Fahrradwegs ist augenscheinlich gering.“

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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