„Auch, wenn die Zahl der Menschen, die in Hamburg überschuldet sind, nur leicht gestiegen ist, verweist sie doch auf eine Entwicklung, die schon bald deutlich offenkundiger werden könnte!“ Angesichts der rund 120.000 Menschen in Hamburg, die langfristig ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können, warnt Klaus Wicher den Senat davor, diese Entwicklung auf die leichte Schulter zu nehmen: „Vor allem sind junge Menschen und die über 60-Jährigen betroffen. Ebenso rutschen Teile des Mittelstands ab – das ist besorgniserregend!“
So wie in ganz Deutschland, ist auch in Hamburg die Zahl der Menschen, die überschuldet sind, gestiegen. Laut neuester Ausgabe des Schuldneratlas‘ der Credit Reform, sind in der Hansestadt etwa 120.000 Erwachsene betroffen, 2000 mehr als im Jahr 2024. „Ganz offensichtlich stehen wir vor einer Trendwende, erstmals seit 2018 steigen die Zahlen“, weiß Wicher.
Bei der Bewältigung sieht er unterschiedliche Chancen für die Betroffenen: „Wer jung ist, hat deutlich mehr Möglichkeiten, aus seiner Situation herauszukommen. Das bleibt den allermeisten Älteren leider versagt. Wer in Rente ist, hat wenig Gelegenheiten, etwas dazu zu verdienen und Schulden zu tilgen. Ältere sind einer finanziellen Ausnahmesituation wie einer Verschuldung komplett ausgeliefert“, stellt der SoVD Landeschef klar.
Die steigenden Zahlen dürfe der Hamburger Senat nicht ignorieren: „Gerade die Preise für Lebensmittel sind anhaltend hoch. Hinzu kommt, dass Hamburg ein teures Pflaster ist.“ Den Jüngeren und Menschen, die bisher im Mittelstand verortet waren, müsse Hamburg Angebote machen. Für die Älteren fordert Wicher: „Senior:innen, die Grundsicherung im Alter oder auch eine kleine Rente beziehen, brauchen endlich einen finanziellen Zuschuss seitens der Stadt.“
