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FASD: Betroffene Kinder und Familien brauchen mehr Hilfe

In Hamburg werden pro Jahr etwa 500 Kinder geboren, die an Fetalen Alkoholspektrum Störungen (FASD) leiden, so die Zahlen des Hamburger-FASD Fachzentrums: „Die Schädigungen des zentralen Nervensystems sind absolut schwerwiegend. Die betroffenen Kinder müssen ein Leben lang mit großen Einschränkungen leben“, berichtet Dr. Sally Peters, Vorständin SoVD Hamburg. Anlässlich des morgigen „Internationalen FASD Tags“ fordert sie mehr Aufklärung und mehr Unterstützung für die Pflegeeltern, bei denen viele der betroffenen Kinder aufwachsen.

Etwa 800.000 Menschen leben in Deutschland mit dem FASD Syndrom, weil ihre Mütter in der Schwangerschaft Alkohol konsumiert haben. Dies führt zu schwerwiegenden Schädigungen des zentralen Nervensystems und des Gehirns. Auch körperliche Einschränkungen sind möglich: „Leider ist diese Behinderung kaum in der Gesellschaft präsent, darum fehlt es an Diagnostik, Beratung und Unterstützung.“ 

Erst vor wenigen Tagen tauschte sich Peters gemeinsam mit ihrem Vorstandskollegen Mathias Mollenhauer mit Tobias Wolff vom FASD-Fachzentrum Hamburg aus: „Besonders tragisch ist, dass FASD die häufigste, nicht genetisch bedingte Behinderung ist. Es wäre also zu 100 Prozent vermeidbar, dass Kinder durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft dauerhafte Schädigungen davontragen.“ Anlässlich des „Internationalen FASD-Tags“ am 9. September fordert Peters mehr Hilfe für betroffenen Frauen und für Pflegefamilien.

Peters warnt ausdrücklich davor, Frauen zu stigmatisieren: „Die Botschaft muss klar sein: In der Schwangerschaft gibt es keine sichere Menge Alkohol. Gleichzeitig hilft es niemandem, Frauen zu verurteilen. Gerade Frauen mit einem riskanten oder abhängigen Alkoholkonsum brauchen niedrigschwellige und schnell erreichbare Hilfsangebote.“

Betroffene müssten ernst genommen und individuell unterstützt werden: „Das ist vor allem für die Pflegefamilien von großer Bedeutung, da schätzungsweise rund 23 Prozent der Pflegekinder von FASD betroffen sind.“

 

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem rund 28.000 Mitglieder organisiert sind. Damit ist der SoVD die größte sozialpolitische Interessenvertretung in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung.

Presse-Material

 

Kontakt
Susanne Rahlf
Pressesprecherin SoVD Hamburg
Telefon: 0151 44545693
E-Mail: presse@sovd-hh.de

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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