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Europa nach der Wahl: „Härtere Zeiten für die Schwächsten von uns“

Der Blick auf das Endergebnis der Europawahl weckt bei Klaus Wicher Zweifel, ob in ganz Europa und auch bei uns in Deutschland, der soziale Zusammenhalt weiterhin so bestehen wird wie bisher: „Fast jede:r Vierte in Europa hat die AfD gewählt. Der Rechtsruck, der Gewinn, den die Rechtsaußen-Parteien eingefahren haben, bedeutet andersherum für diejenigen, die am Schwächsten sind, dass sich ihre Situation nicht unbedingt verbessern wird. Die Zeiten werden offenbar härter“.

Mit der Stärkung der Parteien aus dem rechten Spektrum ist Deutschland keinesfalls allein, in ganz Europa ist der Trend zu einem neuen Konservativismus und Nationalismus zu beobachten. Ob jung oder alt – wer arm ist, darf nicht auf eine bessere Politik für sich hoffen, ist sich Wicher sicher. Für den Hamburger SoVD Landesvorsitzenden ist klar: „Flüchtlinge werden es in Zukunft noch schwerer haben, in Deutschland und in ganz Europa Fuß zu fassen, und das vor dem Hintergrund, dass wir ohne Migranten:innen unsere Probleme gar nicht lösen können. Aber auch Alleinerziehende und vor allem Rentner:innen, die nur wenig Altersgeld beziehen, müssen sich wohlmöglich schon bald mehr um sich selbst kümmern, als ihnen lieb sein dürfte“.

Europa habe sich in den vergangenen Jahren immer weiter polarisiert: „Die soziale Schere klafft immer weiter auseinander, die Reichen werden immer reicher. Dem steht eine stetig steigende Zahl an armen Menschen und auch alten Menschen gegenüber, bei denen die Rente nicht mehr zum Leben reicht“. Während die Senior:innen um jeden Cent mehr Rente oder sogar einen Inflationsausgleich kämpfen müssten, schere es die Reichen nicht, wie hoch die Inflationsquote gerade sei: „Das bedeutet mehr soziales Gefälle und wachsende Ungleichheit“.

Wicher fürchtet um den Abbau von sozialen Leistungen – in Hamburg, in Deutschland und in Europa: „Das Ressort Soziales kostet Geld. Aber die Ausgaben lohnen sich, denn so bekommen Menschen Chancen, auf besseren Schulabschluss, eine Lehrstelle, ein Studium, einen Beruf – auf eine Zukunft. Das müssen wir uns auch weiterhin leisten – in ganz Europa. Ich weiß, es lohnt sich“.

Vor allem Zukunftsängste aber auch die vor Altersarmut hätten viele Wähler:innen in Richtung der nationalistischen Parteien getrieben: „Darüber müssen wir und vor allem die Politik reden, damit sich für diejenigen, die schwach oder abgehängt sind, etwas verbessern kann. Unsere Aufgabe als Sozialverband sehe ich darin, dies in die Politik zu tragen, damit sich deren Lebenssituation verbessert. So können wir neues Vertrauen in die demokratischen Parteien schaffen. Nur so werden wir dem sich verfestigenden Nationalismus wirklich etwas entgegensetzen können!“.

Der SoVD Hamburg (Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg) ist ein gemeinnütziger Verein, in dem über 25.000 Mitglieder organisiert sind. Der SoVD Hamburg ist der größte Sozialverband in der Hansestadt. Seine Mitglieder berät der SoVD sozialrechtlich zu Fragen rund um die Themen Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehindertenrecht, Grundsicherung und Arbeitslosenversicherung. In Widerspruchs- und Klageverfahren übernimmt er ihre sozialrechtliche Vertretung. 

Presse-Material

Kontakt
Susanne Rahlf
Pressesprecherin
Telefon: 0151 445 456 93
E-Mail: presse@sovd-hh.de

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